Frau Marlene

FrauMarlene

Nur ganz kurz: Fertig! :)
Schnitt: FrauMarlene von schnittreif
Stoff: Jersey von Traumbeere

m11-fuerMarthaEigentlich wollte ich dort nur Stoff nachbestellen. Ich habe auf dem Stoffmarkt Holland im letzten Jahr den großgeblümten Jersey auf dem Bild mitgenommen, ohne konkrete Idee, was aus ihm einmal werden sollte. Ich habe mich entschieden, dass ich daraus eine Martha vom Milchmonster nähen möchte, dafür brauchte ich aber noch einen zweiten Stoff. Also habe ich die Variante mit den kleinen Blümchen dazubestellt. Und damit die sich im Paket so ganz allein nicht langweilt, damit sich die Versandkosten lohnen und weil ich spontan verliebt war, sind die Füchse noch mit ins hineingeraten. Die hab ich dann aber wenigstens unmittelbar verarbeitet.

Und was Martha angeht, werde mich vielleicht schon über die Osterntage mal ans Werk machen. Vorausgesetzt, ich kann mich dazu aufraffen, den aus gefühlt siebenundachtzig A4-Seiten bestehenden Papierschnitt auszudrucken und zusammenzukleben.

Januar

HexipuffsFür den Januar hatte ich mir vorgenommen, den Jeweled Cowl fertigzumachen. Eigentlich hatte ich mir zunächst vorgenommen, ihn „signifikant voranzubringen“ und die bestehende Reihenanzahl zu verdoppeln. Ich bin diesen Monat umgezogen und war nicht sicher, wie viel Zeit ich überhaupt zum stricken haben würde, außerdem wusste ich zwar noch, wann ich das Teil begonnen hatte, nicht aber, wie viele Stunden oder Tage ich schon hineingesteckt hatte. Die doppelte Reihenanzahl hatte ich bereits nach wenigen Tagen geschafft. Und nachdem ich hochgerechnet hatte, wie viele Stunden noch in etwa dran zu stricken sein würden und welchen Aufwand das auf den Tag heruntergebrochen bedeuten würde (etwa eine Dreiviertelstunde), dachte ich mir: nicht lang fackeln – fertigmachen! Und jetzt trocknet er gespannt auf der Moosgummimatte und ist da so unfotogen wie alle Strickstücke, die auf Moosgummimatten trocknen, deswegen habe ich heute leider noch kein Foto für euch.

Stattdessen zeige ich euch die Hexipuffs. Ich habe mich entschlossen, mit dem beekeepers quilt weiterzumachen. Als Resteprojekt hat er keine hohe Priorität, daher hatte ich beschlossen, an jedem Tag mit einer 6 im Datum Hexipuffs zu stricken. Für Januar war das Ziel einer pro Tag, also drei, geworden sind es fünf. Zukünftig sollen es zwei pro 6./16./26. werden.

Für den Februar habe ich mir das nächste UFO vorgenommen, 2013 begonnene Socken. Der erste Schaft ist etwa zur Hälfte fertig, ich weiß nicht mehr, welches andere tolle Projekt diesen Socken in die Quere gekommen ist. Dass ich sie nicht weitergestrickt habe lag daran, dass sie ein Geschenk hätten werden sollen und die vorgesehene Empfängerin sich als no longer knitworthy erwiesen hatte. Das passiert selten, aber es passiert. Ich finde die Farben allerdings auch toll, und auf ein Paar Socken mehr oder weniger kommt es dann auch nicht an. Außerdem stehen diesen Monat ein Schlüsselbrett mit Kreuzstichmuster und eine Küchengardine an. Letzteres keine große Kunst, sondern eine langweilige Schwarzbrot-Näharbeit, die Überwindung kostet. Ich werde eine vorhandene Gardine kürzen und mit Schlaufen versehen. Ersteres Neuland, zu dem lediglich eine vage Idee, ein Döschen voll Sticktwist und die Kreuzsticherfahrungen aus dem Handarbeitsunterricht in der fünften Klasse existieren. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt.

Gute Vorsätze: Projektplanung 2016

image2015 war handarbeitsmäßig nicht sonderlich produktiv. Ich hätte – getreu dem Motto, das gerahmt an meinem Arbeitsplatz hängt – gern viel mehr gemacht. Das soll sich in 2016 ändern. Und damit ich mich nicht verzettele, schreibe ich mal auf, was ich so vorhabe.

Stricken:
Meine Hauptziel fürs kommende Jahr: am Ende weniger angefangene Projekte als am Anfang.
Ich habe derzeit acht Strickprojekte auf den Nadeln, die ich zu irgend einem Abschluss bringen möchte (erkennen, dass das derzeitige Projekt doof ist, ribbeln und was anderes aus der Wolle machen wäre auch ein Abschluss – es geht zuallererst darum, zu ergründen, warum das Ding so lange liegt):

  • Arnhild (Pullover für mich, begonnen 2015)
  • Katniss (Socken, begonnen 2014)
  • Chicane 1 (Jacke für den Liebsten, begonnen 2014)
  • Veilchen und Äpfel (Socken für eine Frau, die ich irrtümlich für eine Freundin gehalten hatte, begonnen 2013)
  • Jeweled Cowl (Tuch, begonnen 2012)
  • Livstykketrøje (Jacke für mich, begonnen 2012)
  • Hitofude Cardigan (Jacke für mich, begonnen 2014)
  • the beekeeper’s quilt (Restedecke, Langzeitprojekt, begonnen 2013)*
    -> *den werde ich nicht fertig kriegen, aber da möchte ich mich entscheiden, ob ich ihn weitermachen möchte und wenn ja, wie viele Hexipuffs ich pro Woche/Monat stricken mag bzw. falls nein, wem ich mit den fertigen Teilen eine Freude machen kann.

Dann gibt es da noch mehr oder weniger konkrete Ideen für neue Projekte:

  • Wikingersocken für einen Freund
  • Trillian aus Faseradventskalenderwolle
  • Tuch („Knit your Love“) aus Seidenhase-Angora
  • Wollmeisenkleid
  • Trekantsområdet aus handgesponnener Merino (noch nicht fertig, siehe unten)
  • Water & Stone Cardigan aus der Rosy Green Merino

… besonders die letzten drei haben das Potential, zu einer neuen Langzeitbaustelle zu mutieren, daher nehme ich mir vor, mit einem von ihnen erst anzufangen, wenn ich zwei aus der oberen Liste, die Wikingersocken (werden sehnlichst erwartet) und die Fasermix-Trillian fertig sind.

Spinnen

  • Die bunte Merino fertig spinnen: Ich hab grad Bergfest und nach dem Faseradventskalender mit der zweiten Hälfte begonnen
  • Mein Schaf zur Jacke-Projekt: Da möchte ich im Jahr 2016 die Wolle fertig haben, so dass ich Anfang 2017 anstricken kann.
  • Räder ausprobieren und eventuell ein neues anschaffen: Ich habe ein Louët S10, das ist für so dünnes Garn, wie ich üblicherweise gern verstricken möchte (und dafür spinne ich schließlich), bedingt geeignet. Es geht, man kann es mal machen, es ist aber anstrengend. Daher möchte ich schauen, ob das mit einem anderen Rad nicht vielleicht mehr Spaß macht.

Nähen

  • Mindestens zwei Kleider (das angefangene Bambikleid und „Toni“ vom Milchmonster)
  • Ein Oberteil aus dem Jersey vom Holländischen Stoffmarkt

… und vor allem: Spaß haben an dem, was ich mache, und dazulernen. Und mich nicht stressen lassen, wenn irgendwas meine Pläne durchkreuzt. Schauen wir mal, was das Jahr bringt.

Wollmarkt

wollmarktbeute
Am Wochenende war ich, wie ich im letzten Eintrag schon erwähnte, in München. Anlass und Ziel war ein Besuch des Wollmarkts in Vaterstetten, verbunden mit einem Treffen mit Ravelry-Buddies aus dem süddeutschen Raum. Und was dann an Aktivitäten drumherum noch geht, wollte ich vor Ort sehen. Kurz hatte ich überlegt, auch noch bei der Wollmeise vorbeizuschauen, deren Laden an diesem Wochenende geöffnet war, aber das schien mir bereits beim ersten groben Überschlagen der S-Bahn-Fahrtzeiten ein bisschen viel zu werden. Also fiel die Entscheidung: nur Wollmarkt. Und das war eine gute Idee. Ich konnte in Ruhe über den Markt stöbern und mich mit Ausstellern unterhalten. Ich habe nur die geplante Wolle gekauft und den einen oder anderen handgefärbten Strang, der versucht hat, sich an meiner Tasche festzuklammern, tapfer wieder weggelegt.

Geplant war eine Menge Cheeky Merino Joy von Rosy Green Wool, die für eine Jacke reicht, und Material für ein Tuch. Ich wollte explizit Rosy Green Wool, nachdem ich ein Interview mit Rosy im Podcast der nahlinse gehört hatte, in dem ich erfahren habe, dass die eigentlich genau die Wolle herstellen, die ich verstricken will. Superweich, schöne Farben, GOTS-zertifiziert, was das derzeit strengste Öko-Siegel zu sein scheint, das nur vergeben wird, wenn jeder einzelne Produktionsschritt stimmt – von der Tierhaltung über die Arbeitsbedingungen bis hin zur Verträglichkeit der Farbe.

Gekauft habe ich also fünf Stränge in der Farbe „Brombeersorbet“ für einen Water & Stone Cardigan von Veera Välimäki und zwei Stränge „Pure“ 100% Angora von Seidenhase. Das ist wirklich purer Luxus. Und auch Seidenhase achtet darauf, dass es den Tieren gut geht. Daraus werde ich ein Tuch von Martina Behm stricken, Knit your Love. Das Problem ist nun, dass ich am liebsten beide sofort anstricken würde, und das geht natürlich nicht. Abgesehen davon sollte ich erstmal die angefangenen Projekte abschließen. Irgendwann, bald, demnächst bin ich soweit. Dass ich erst Wolle kaufen gehe, wenn das letzte Projekt abgeschlossen ist, und dann darf ich auch sofort anfangen.

Ich kaufe nichts

Ich hatte in meinem Jahresrückblick ja angekündigt, noch ein paar Worte dazu zu schreiben. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich gerade so einen Trend gibt, der durch die Medien geistert (es gibt das Buch „Ich kauf nix!“ und das Blog von Nunu Kaller, es gab einen Beitrag im NDR Info Frauenforum, auf spiegel online gab’s auch grad vor ein paar Wochen wieder einen Artikel), oder ob es meine selektive Wahrnehmung ist, weil ich mich mit dem Thema beschäftige. Wie ich dazu gekommen bin, ist ja letztendlich auch nicht so wichtig. Ich vermute, dass es daran liegt, dass ich in den letzten Jahren ein paar Mal umgezogen bin, ich ergo mein ganzes Geraffel in Kisten packen, herumschleppen und wieder auspacken musste, und ich mir leicht genervt die Frage gestellt habe, ob ich das wirklich alles brauche. Ich habe bei jedem Umzug ausgemistet. Habe CDs auf eBay und Bücher an momox verkauft. Loswerden ist nicht das Problem. Nur wenn ich sehe, dass ich bei einigen nahezu neuwertigen, gebundenen Büchern nicht einmal ein Zehntel des Neupreises bekomme und meine alte Lieblings-CD für einen Euro weggeht, von dem eBay noch Provision einstreicht, tut mir das ein bisschen in der Seele weh und ich frage mich, ob ich das Buch nicht auch hätte leihen können und ob es die CD auf spotify gibt. Die Antwort ist: ja, hätte ich, und ja, gibt es. Und das ist dieses Jahr der Plan. Also wenn ich sage, „ich kaufe nichts“, welches Nichts meine ich dann?

Handarbeitsmaterial
Ich habe neulich meinen Wollvorrat bei ravelry eingepflegt und dabei Schätze gehoben. Für meinen Stoffvorrat gibt es kein solches Tool, aber den habe ich durchgesehen. Es ist nicht so, dass ich Unmengen horte, da habe ich schon ganz andere Lager gesehen, aber bei einem Verhältnis von „2 Stränge Wollmeise kaufen“ zu „einen Strang Wollmeise zu zwei Dritteln verstricken“, deutet sich eine besorgniserregende Tendenz an. Ich kaufe also keine Wolle und keinen Stoff und auch sonst kein Handarbeitsmaterial. Ausnahme: Zubehör, das ich für ein Projekt aus dem Vorrat brauche. Bügeleinlage oder sowas. Und das Urlaubsgarn im dänischen Wollparadies. Das wäre dann Garn für ein Projekt, mehr nicht.

Bücher und Filme
Ich bin eine Leseschnecke. Ich schaffe vier bis sechs Bücher im Jahr. Ich kaufe allerdings doppelt so viele. Weil ich hier über eine Empfehlung und dort über eine Rezension stolpere und Feuer und Flamme in den Buchladen oder zu amazon renne. Ich habe im letzten Sommer also etwas mehr als einen halben Meter ungelesene Bücher, deren Rezension mich jedoch restlos begeisterte, aus dem Karton ins Regal gestellt. Die lese ich dann also dieses Jahr erstmal. Und die interessanten Neuerscheinungen 2015, die es zweifellos geben wird … ich wohne in Hamburg. Die öffentlichen Bücherhallen haben im Stadtgebiet zweiunddreißig außerordentlich gut sortierte Standorte, und wenn ein Medium nicht vorrätig ist, kann ich es gegen eine geringe Gebühr vormerken und in eine Bücherhalle meiner Wahl liefern lassen. Gleiches gilt für Filme. Ich mag meine DVD-Sammlung sehr, aber wenn ich mich ehrlich frage, wie oft ich denn zuhause überhaupt einen Film gucke (einmal im Monat wenn’s hoch kommt) und wie oft es dann einer aus der Sammlung ist (…) werd ich verlegen.

Kleidung und Schuhe
Sind ausreichend vorhanden. Mehr als ausreichend. Ich habe drei oder vier Kleider in meinem Schrank, die ich noch nie anhatte. Ich habe sie durchaus mit Trageabsicht gekauft, aber irgendwie ist es nicht dazu gekommen. Muss ich dieses Jahr also auch nicht kaufen. Ich würde eine Ausnahme machen, wenn ein Teil, das ich brauche und das nur einmal vorhanden ist, irreparabel kaputt geht. Also zum Beispiel, wenn meine Regenjacke in Flammen aufgeht oder so. Womit eher nicht zu rechnen ist.

Kosmetik
Kosmetik ist für mich ein ähnlich geeigneter Seelentröster wie Schokolade für andere. Mal ein Tütchen Badeperlen, eine Handcreme, ein schönes Duschgel oder Shampoo. Und da ich das Jahr vor meinem Umzug zwischen zwei Wohnungen gependelt bin, hatte ich auch noch alles doppelt. Das werde ich also erstmal alles verbrauchen.

Das sind so die vier großen Kategorien, die eine Herausforderung werden könnten. Neuer Computer, neues Telefon, Zweittelefon, iPad, Zweitnähmaschine (Overlock womöglich), Zweitspinnrad, Erstwebrahmen et cetera lassen mich relativ kalt. Brauche ich nicht. Ich würde dieses Jahr gern in Erlebnisse investieren, nicht in Gegenstände. Schauen wir mal, wie sich das entwickelt.

Dreiecksgeschichten

IMG_5819Letztes Jahr war ich im Dänemark-Urlaub in der Nähe von Ringkøbing in einem sehr schönen Wollgeschäft – TIND Textil og Kunst, ich hatte darüber berichtet. Dieses Jahr waren wir wieder in der gleichen Gegend, und natürlich stand ein Besuch bei TIND auf dem Programm. Ich hatte mir vorgenommen, mir dort nur Wolle zu kaufen, wenn ich Trekantsområdet vorher fertig habe. Ich sag mal so: ich hätte es fertig gehabt, wenn ich die Anleitung richtig interpretiert hätte. Aber „an den Außenseiten zunehmen“ kann man nunmal auch auf die Außenseite des Strickstücks beziehen. Gemeint war aber die Außenseite des Dreiecks. Knoten im Kopf, passiert. Mir kam das mit fortschreitender Reihenzahl dann auch langsam komisch vor. Aber ist ja klar: Wenn ich in jeder vierten Reihe zunehmen soll, bis das Dreieck 33 linke Maschen breit ist, und wenn ich dann nur an der Außenseite des Strickstücks zunehme statt an den beiden Außenseiten des Dreiecks, brauche ich doppelt so viele Reihen. Also hab ich’s bis zum Beginn des Armloches wieder aufgezogen. Das Schöne ist ja, dass es beim zweiten Mal schneller geht, besonders, wenn man nur halb so viele Reihen stricken muss. Ich hab’s also erst gestern fertiggestellt, momentan trocknet es.
IMG_5845Aber ich hab trotzdem Wolle gekauft. Weil ich ja quasi im Prinzip so gut wie fast fertig war, das war höhere Gewalt. Also. Die diesjährige Beute sind drei Stränge Design.club.dk Duo Silke/Merino, eine Woll-Seidenmischung (65%/35%) in lila und dazu die Anleitung Venus von Else Schjellerup, ebenfalls beim Design Club erschienen, ein Top oder Pulli mit voluminösem Kragen, ich hab keine Ahnung, wie man einen solchen Kragen nennt. Ich werde die Variante mit Ärmeln stricken. Und es ist nun soweit, ich werde damit die die unter-3-mm-Nadelstärke-Schallgrenze durchbrechen (dass ich seit Jahren Socken mit 2,5 stricke zählt nicht, das sind Socken). Ein Pulli in 2,5 mm. Gut, dass ich die Nadeln aus dem Oma-Erbe nicht weggeschmissen hab.

Gruß aus dem dänischen Wollparadies

geilsk_und_mehrHeute war ich bei TIND – textil og kunst, nach eigener Aussage „Vestlyllands smukkeste butik“, also das schönste Geschäft an der Nordseeküste, was möglicherweise stimmt. Es liegt mitten im Löwenzahn-umwucherten Nirgendwo und füllt zwei Etagen eines Holzhauses im für Dänemark typischen Stil. Im Erdgeschoss finden sich allerlei Kleidung, Schmuck und Schuhe und ein riesiger Zimmerbrunnen. Dort habe ich mich allerdings gar nicht lange aufgehalten, denn durch die atriumartig offene Bauweise konnte ich schon sehen, dass mein Ziel sich im ersten Stock befand.

Oben gab es praktischerweise auch einen Tisch mit Tee und Kaffee, an den man sich setzen und die vielen Musterordner (Geilsk, Isager, Danielsen …) und Bücher durchschauen konnte. Wahlweise hätte man dort auch eventuell quengelig gewordene Miturlauber wieder aufpäppeln können. Solche hatte ich allerdings nicht dabei, A. fand es selbst spannend, und den Liebsten kann eine Frau im Wollrausch nicht schrecken, solange er ein Buch dabei hat, und er hat immer ein Buch dabei. Zur Not „Krieg und Frieden“ als eBook auf dem iPhone (8900 Seiten). Alles im harmlosen Bereich, solange er keine Meinung dazu haben muss, welcher der beiden fast (aber eben nur fast) identischen Blautöne mir besser steht.

trekantomraadeIch habe mir also wie geplant ein Trekantsområdet-Kit von Geilsk im dem Blau, das für etwas schmeichelnder befunden wurde, gekauft (Farbe C33), wobei ich besonders stolz darauf bin, dass etwa Dreiviertel des Verkaufsgesprächs tatsächlich auf Dänisch stattfand. Außerdem habe ich ein Buch von Annette Danielsen mitgenommen – Strik en Stund (die deutsche Ausgabe heißt „Stricken für Zeitvergesser“) – und es schon reichlich mit Lesezeichen versehen. Mir gefallen für’s Erste Morgenstund, Stilhed, Regnvejrsdag und Kaffe (alles Ravelry-Links) … aber erstmal ist Trekantsområdet (auf deutsch etwa „Dreiecksgebiet“) dran. Und davor stricke ich natürlich Livstykketrøje fertig. Selbstverständlich. Überhaupt keine Frage.

Jollen und kleine Kielyachten

grundscheinDie letzten anderthalb Monate sind wieder wie im Fluge vergangen. Ich war ständig beschäftigt, mit Arbeit, mit Umzugsvorbereitungen, habe Susanne getroffen, Dart gespielt, sehr wenig gestrickt – lediglich ein Paar Filzpuschen für den Mann, die aber in tiefdunkelschwarz, also sowieso nicht fotografierbar. Die letzte Woche habe ich in Glücksburg verbracht, an der Hanseatischen Yachtschule, um dort in einer Woche den Segel-Grundschein zu machen. Ich bin jetzt also zertifizierte Segelanfängerin und werde diese Saison versuchen, mit der Alster warm zu werden – mal gucken, wie er mir gelingt, der Umstieg von zwei Tonnen Folkeboot und stetigem Wind auf der Flensburger Förde auf eine der Vereinsjollen bei alstertypischen Windwechseln. Sollte ich damit gar nicht zurechtkommen, heuere ich bei den großen Jungs auf dem Drachen als Vorschoterin an – dafür wird es auf jeden Fall reichen, und die Dame liegt etwas ruhiger im Wasser, als die kippeligen Jollen.
Nächste Woche geht es erstmal für eine Woche nach Dänemark. Und bis dahin wollte ich Livstykketrøje fertig bekommen, damit ich mir guten Gewissens in Ringkøbing ein neues Geilsk-Kit kaufen kann – Trekantsområdet finde ich sehr schön.

Mehr Meisen!

Seit ein paar Wochen bin ich wieder regelmäßiger in Strickerkreisen unterwegs*, und zack! hab ich mich wieder mit dem Wollmeisenfieber angesteckt. Ich hab also am letzten Freitag den Shop belauert und vier Stränge erbeutet. Von links nach rechts: Ahoi, Limone, Saami (WD) und Silberdistel (WD) – alle Twin. Besonders über Saami aus dem Überraschungspaket hab ich mich gefreut, denn diese Färbung fand ich schon toll, als ich sie das erste Mal gesehen habe. Ich weiß noch nicht, was ich damit mache. Ich denke, irgendeine Art Tuch oder Schal wird’s werden, ich überlege in Richtung Chevron Scarf, Heidetuch, Revontuli (will ich mir das wirklich nochmal antun? Dieses Projekt wurde gegen Ende eine echte Hassliebe und war monatelang echt ribbelgefährdet) … den Blackcurrant Shawl oder Color Affection von Veera Välimäki (beides Ravelry-Links) finde ich schön, auch wenn ein Strang für die nicht reichen wird und im Falle von Color Affection auch ziemlicher Quatsch ist. Vielleicht schaue ich mich auch einfach mal bei Strickmich! um, Martina scheint den Meisen die Muster auf den Leib bzw. auf den Strang zu schreiben. Mit dem Hitchhiker liebäugle ich ja schon länger.

*Ich spiele in der Dart Sommerliga Hamburg. Die meine ich nun nicht mit Strickerkreisen, obwohl man mit den Darts prima heruntergefallene Maschen retten kann und sich die Pausen, wenn die anderen dran sind, gut zum Stricken eignen (solange das Projekt mindless genug ist). Und Projektvorschläge von anderen Teams bekomme ich auch („Ich hab Pullovergröße 54“). Sondern: ich spiele im Team DiB, was „Dart inner Bodega“ heißt. Unsere Heimspiele finden „inner Bodega“ statt, und diese Bodega ist in der Weidenallee exakt einen Knäulwurf von Naimas Laden entfernt. Weswegen ich mich also vor Heimspielen und Trainingsabenden erst im Café Mylys mit Quiche und Tee stärke und strickend die mentalen Wogen glattbügle, um mich dann satt, zufrieden und total zentriert an die Oche zu begeben. Nun. Bisher war mein „total zentriert“ meist weit, weit entfernt von den zu treffenden Feldern. Aber es wird besser. Gestern hab ich beim Auswärtsspiel mein erstes leg geholt. Und irgendwann gewinne ich auch mal ein Spiel. Ich werde berichten.

Frühlingsjäckchen Knitalong oder: das Pferd vom Schweif her aufzäumen

Ich habe mich bei Cat-und-Kascha zum Frühlingsjäckchen-Knitalong angemeldet. Knit-Along. Gemeinsam stricken. Hängengeblieben bin ich allerdings als zuerst am letzten Punkt der Agenda: „Präsentation! Für Fortgeschrittene auch gerne mit einem selbstgenähten Drunter“ Ich habe also statt Strickanleitungen erst einmal Schnittmuster gewälzt, meine diversen gehorteten burden (ist das der Plural von burda?), und bin in Ausgabe 5/2010 fündig geworden. Nein, eigentlich noch anders. Vorher bin ich im oben erwähnten Blog auf Stoff und Stil aufmerksam geworden, dort habe ich mich in einem Baumwollstoff verguckt, der ein Frühlingskleid werden muss, und dann habe ich burden gewälzt. Gefunden habe ich das bis auf kleine Raffungen am Dekolleté recht schlicht geschnittene Kleid 138:

Der Stoff ist bestellt, und vermutlich weil bei mir im April ein Unzug ansteht, ist mir auch der Dekokatalog von Stoff & Stil in den Einkaufswagen geraten. Es geht ins Erdgeschoss, ich werde Gardinen brauchen.

So. Kommen wir zur eigentlichen Frage: Was stricke ich denn dazu? Die Wolle werde ich endgültig aussuchen, wenn der Stoff da ist. Ich tendiere farblich zu entweder hell oder dem Rotton aus den Blüten und materialmäßig in Richtung Bauwolle/Leinen/Seide/Bambus – so weit so naheliegend. Und dann geht’s los mit der Optionsparalyse. Mir gefällt Livstykketrøje von Bente Geil. Ich habe von der Designerin bereits Topstykke gestrickt, und ich werde es wieder tun, denn es gehört zu meinen absoluten Lieblingsstücken. Die Anleitung für Livstykketrøje gibt es allerdings offenbar nur auf Dänisch, aber das ist kein so großes Problem, denn Ende des Monats fängt mein Dänischkurs wieder an. Ebenfalls sehr schön finde ich Devonshire von Twist Collective und Vignette und Ivy aus der Knitty:

… das wird keine leichte Entscheidung.