Was lange währt …

 

Livstykketrøje ist fertig. Fertig! So wie in: muss nix mehr dran gemacht werden. Kann angezogen werden. Finished. Ist kein wip mehr, sondern ein Kleidungsstück. Ja, ich weiß. Ich hab auch nicht mehr wirklich damit gerechnet, aber irgendwoher habe ich Anfang des Jahres den nötigen Schwung genommen, das Teil aus seiner lavendelgesicherten (das wär’s noch gewesen, ’ne Mottenattacke auf der Zielgeraden!) Plastikbox in der Area 51 befreit und es zuende gebracht. Es fehlte im Grunde nur noch die Armkugel des ersten Ärmels, der komplette zweite Ärmel und die Blende für den hinteren Halsausschnitt. 

Die erste Armkugel hab ich dann auch gleich zweimal gestrickt, na klar, bei fünf Jahren kommt es auf die paar Tage auch nicht an. Den zweiten Ärmel habe ich zweimal angeschlagen, beim ersten Mal hab ich mich verzählt. Außerdem hatte ich beim ersten Ärmel bestimmt einen guten Grund dafür, dass ich die Zunahmen nicht so gemacht habe, wie die Anleitung es vorsieht, weder Beginn noch Abstände habe ich eingehalten. Dabei hatte ich mir bestimmt was gedacht. Wenn ich es nur notiert hätte! Aber man plant ja nicht, dass ein Projekt fünf Jahre dauert und dass das Kurzzeitgedächtnis irgendwann sagt „Ich hab hier noch diese Maschenzahlen für den Jackenärmel, braucht das noch irgendwer?“ („Nö, hau weg!“) Nun sind die beiden Ärmel minimal unterschiedlich, aber auch meine Arme sind minimal unterschiedlich, das Rippenmuster verzeiht vieles und ehrlich gesagt sieht das kein Mensch. Selbst ich, die ich sonst, wenn ich weiß, dass ein Fehler drin ist, nur den Fehler sehe, muss echt genau hingucken. Und das mache ich einfach nicht. So.

Ich mag das Jäckchen, ich muss mal schauen, wozu ich es anziehen kann. Zur Hose passt es nicht, dafür ist es zu kurz und die Taille zu hoch, und zur Hose war es auch nie gedacht. Ursprünglich hatte ich ein Kleid dazu genäht, allerdings aus unelastischem Batist und ohne Anpassungen an meine Maße, es saß nicht wirklich gut, ich hab es zweimal getragen und mich ziemlich unwohl darin gefühlt, also hab ich mich davon verabschiedet. Aber ich habe mich ja zwischenzeitlich mit Jersey angefreundet und ich hab noch den Lupita-Schnitt vom Milchmonster hier liegen, ich glaube, die beiden müssten sich vertragen. 

Die Eckdaten: Anleitung Livstykketrøje von Geilsk, dort nur im Kit erhältlich. Das Garn ist Bomuld og Uld (Baumwolle und Wolle im Verhältnis 1:1), mit dem ich jetzt schon drei Teile gestrickt habe, eine wirklich schöne Qualität und in vielen Farben erhältlich. Diese trägt den etwas nüchternen Namen C23. Ich glaube, ich bin für Größe M mit 6 Knäulen ausgekommen, aber ich hatte zwischenzeitlich eins nachgekauft und habe nun eins über. Ich kann’s nicht mehr nachvollziehen. Würde ich das Teil noch einmal stricken? Eher ja. Ich hab aber noch so viele andere Projekte, also wird’s dazu wohl die nächsten Jahre erstmal nicht kommen.

Hybris

10-hybris

„Ich möchte am janukke MKAL mitstricken“, schrieb eine andere Forenbenutzerin auf Ravelry als Ziel im MMM-Thread. Damit hat es angefangen. Ich so: Oh, ein neuer janukke-MKAL? Der letzte hat Spaß gemacht und das Morning Hours-Tuch ist wirklich sehr schön geworden. Und als ich dann gelesen hatte, dass der MKAL auch mit Socken- und Lacegarnresten bestritten werden kann, war ich an Bord – wenn ich was habe, dann sind es Sockenwollreste. Insbesondere seit ich mich von den Hexipuffs verabschiedet habe und die Sockenwollreste damit quasi arbeitslos geworden sind.

Wie ich von dem Westknits-MKAL (Ravelry-Link) erfahren habe, kann ich gar nicht mehr nachvollziehen. Ich glaube, ich bin darüber gestolpert, als ich etwas im Dotted Rays Muster nachschauen wollte, das ich ja auch meinem Zettel habe, um die PondeRosa-Wolle vom Hamburger Wollfest zu verarbeiten. Ich so: Oh, noch ein MKAL. Parallel zu dem von janukke. Tücher kann man ja immer gebrauchen. Aber ich hab da gar kein Garn für. Und wenn ich so meine Strickzeit der letzten Monate rekapituliere wär’s grob unvernünftig. Hmmm.

Das mit dem Garn kann man ja ändern. Ich habe eine Nacht darüber geschlafen und am nächsten Morgen früh um sieben bei Tausendschön bestellt. Und die Wollmeisenreste für den janukke-MKAL zusammengesucht. Ich werde jetzt im Oktober an zwei Tuch-MKALs teilnehmen. Lineares von janukke und Building Blocks von westknits. Ich bin gespannt, wie es ausgeht.

Time to say Goodbye


Einer der Vorsätze für dieses Jahr war, eine Entscheidung zu treffen, wie es mit dem Beekeepers Quilt weitergehen soll. Begonnen habe ich dieses Projekt mit großer Begeisterung im November 2013. Habe ein paar von den kleinen fluffigen Sechsecken gestrickt. Habe nach fünfundzwanzig Stück die Lust verloren, als mir nach und nach klar wurde, dass es ungefähr ewig dauern würde, die knapp über tausend Hexipuffs für eine Decke der gewünschten Größe zu stricken. Und dann lag das Projekt rum. Bis zum guten Vorsatz Anfang dieses Jahres. Ich habe beschlossen, weiterzumachen, und jeden Monat sechs Stück zu stricken – zwei für jeden Tag, an dem eine Sechs im Datum vorkommt. Mehr waren jederzeit erlaubt, und mehr wurden es zur Fußball-EM, wo ich pro Halbzeit plus die Analyseschwafelviertelstunde danach ein Sechseck geschafft habe. Da musste ich mich aber auch ranhalten – allzu viele Griffe in die Chipstüte oder gebanntes Verharren angesichts eines Spielzuges waren nicht drin. Allerdings war nach der EM wieder sowas von die Luft raus aus dem Projekt und ich habe seitdem nicht mal die anvisierten sechs pro Monat geschafft, sondern lediglich einen. Ü-ber-haupt keine Lust hatte ich.  

Sechs pro Monat – in diesem Tempo hätte ich hundertzweiundsechzigeinhalb Monate gebraucht, um tausend Stück zusammen zu haben. Dreizehn Jahre und neuneinhalb Monate. Ich wäre also ungefähr an meinem 57. Geburtstag fertig gewesen (mit dem Stricken, nicht mit dem Zusammennähen) Alternativ habe ich grob überschlagen, wie viel Strickzeit mir durchschnittlich zu Verfügung steht und wie lange ich brauchen würde, wenn ich meine komplette Zeit nur noch in dieses Projekt stecken würde, und kam auf vierzehn Monate. Schon überschaubarer. Allerdings könnte ich aus dem Stand fünf Strickstücke aufzählen, die ich lieber haben wollte als eine Tagesdecke aus Sechsecken. 

Ich habe mich also entschieden, das Projekt zu beenden, und habe auf Ravelry nach Abnehmern für die zweiundachtzig Hexipuffs gesucht. Vielleicht braucht ja jemand, der selber an dieser Decke arbeitet, einen kleinen Motivationsschub? Und natürlich bekam ich einen großartigen Tipp, das ist einfach einer der Gründe, warum ich dieses Forum so mag. Jo vom Shinybees-Podcast (den ich noch nicht kenne, aber das wird sich in den nächsten Tagen ändern) hat mit der Handfärberin Countess Ablaze eine Charity-Aktion ins Leben gerufen: sie werden Hexipuffs sammeln und zu Decken verarbeiten und diese dann in einer Tombola verlosen. Den Erlös spenden sie an eine wohltätige Organisation, die obdachlose und anderweitig bedürftige Frauen mit Hygieneartikeln versorgt. Ich finde das eine sehr gute Idee und habe heute kurzentschlossen ein Päckchen gepackt und direkt zur Post getragen, bevor ich es mir wieder anders überlege. Ich fühle mich befreit und werde die Aktion weiter verfolgen. Ich bin gespannt, wie viele Sechsecke die Mädels zusammenkriegen und hoffe, ich sehe nachher ein Foto der fertigen Decke.

Die letzten zweieinhalb Monate in zehn Minuten …

Ich habe seit Mai einen neuen Job. Festanstellung, Vollzeit. Manchmal sehr volle Vollzeit. Ich bin abends meist recht platt und handarbeite zur Zeit wenig, und nach 40+x Stunden vor dem Bildschirm habe ich auch nur noch wenig Antrieb, mich zum bloggen hinzusetzen. Außerdem wird’s hier im Sommer ja ohnehin weniger, da bin ich eher draußen. Und jetzt gibt es auch noch Pokémon Go, herrje, das hat mich ja voll erwischt. Drüben auf Ravelry bin ich noch recht aktiv, wenn man es als „aktiv“ gelten lässt, dass ich durch meine Lieblingsforen gucke und Herzchen verteile. Na gut, und ich pflege meine Projekte und melde mich brav jeden Monat in der Podcasting auf deutsch-Gruppe zum MMM Check-In (MMM wie „Motivation, Meilensteine, Mottomonate“). Und staune, was dann über den Monat doch zusammengekommen ist, obwohl ich eigentlich nicht das Gefühl hatte, irgendwas geschafft zu haben.

05-07_Mai

Ich habe im Mai aus der Angora Pure von Seidenhase, die ich im Oktober in Vaterstetten gekauft habe, ein weiteres Sonnenfeuer angeschlagen. Da bin ich auch noch bei, die erste Hälfte ist fast fertig. Außerdem hatte ich mir vorgenommen, vor der Tour de Fleece die GOTS-Merino von der Stockumer Wollwerkstatt endlich vom Rad zu kriegen. Die war da nämlich seit Januar 2015 drauf und so langsam wollte ich mal was anderes sehen. Ich hab also ordentlich ins Pedal getreten …

05-07_Juni

… und im Juni war dann alles versponnen. 250g, irgendwo zwischen Fingering und Sport Weight. Und außerdem war Fußball-EM, da habe ich jede Menge Hexipuffs für den Beekeepers Quilt gestrickt. Die eignen sich nämlich hervorragend als Nebenbei-Projekt, und wenn ich mich ranhalte, schaffe ich pro Halbzeit eines. Und ich habe viele Spiele gesehen. Jetzt ist auch erstmal wieder gut mit Fußball. Und mit Hexipuffs. Ich glaube, seit der EM ist ein einziger fertig geworden. Eine Projekttasche hab ich noch genäht, weil die Angorawolle zum Mitnehmen eine nettere Aufbewahrung verdient als eine Plastiktüte und weil ich endlich was mit meinem tollen Oktopusstoff machen wollte, den ich schon seit Jahren bunkere. Einen halben Meter davon, um genau zu sein. Große Couture wird da eh nicht draus.

05-07_Juli

Im Juli war ich dann wieder etwas produktiver. Ich habe 110g Merino-Seidenmischung versponnen, das fertige Garn hat etwa 260m und könnte zum Beispiel eine Mütze werden. Dann habe ich nach dieser Anleitung aus Denim-Resten und einem Schlüsselband eine Handytasche zum Umhängen genäht. So etwas brauchte ich eigentlich seit Jahren immer dann, wenn ich im Sommer nichts mit Taschen anhatte, um das hörbuchabspielende Gerät zu verstauen. Die früheren Geräte konnte ich zur Not leidlich in den BH stopfen, musste aber auch da bei jeder Bewegung aufpassen, und seit dem iPhone 6 geht das nicht mehr. Ich könnte natürlich die Oberarmtasche, die ich auch zum Laufen verwende, nehmen, ich mag aber nicht über Stunden etwas an den Arm geschnallt haben. Und um dann mal etwas völlig anderes zu machen, habe ich mich im Kurs „Sketchbook Explorations“ auf creativebug eingeschrieben. Die erste Episode mit Wasserfarben und Fineliner war am Sonntag sehr entspannend. Ich würde eigentlich morgen gern die nächste machen. Eigentlich. Denn ein neuer regelmäßiger Job geht auch mit neuem regelmäßigen Gehalt einher. Ich habe die Tage den Sparstrumpf auf links gezogen und meinen Maschinenpark um ein Kromski Sonata und eine Bernina 1150 MDA erweitert. Jetzt rohrkrepiert meine Wochenendplanung an akuter Optionsparalyse. Selber schuld.

Morning Hours

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So. Bevor jetzt auch noch der Mai verstreicht, ohne dass ich hier im Blog ein Lebenszeichen von mir gebe, zeige ich euch zumindest das fertige Stück aus dem Morning Hours Mystery KAL von janukke. Streng genommen ist es schon im April fertig geworden, und dank des hier im Norden eher mistigen Wetters bin ich sogar noch dazu gekommen, es zu tragen. Die Anleitung bestand aus drei Hinweisen, einer für den „Körper“ in dem Strukturmuster, einer für die „Melonenborte“ – das, was da so nach Zopf aussieht. Das ist gar kein Zopf, sondern eine interessante Technik, bei der einzelne Maschen nacheinander über andere gezogen werden und nicht einfach verkreuzt, das Ergebnis ist flacher und hat in der Mitte diese Hebemaschenoptik. Ich finde das sehr schön und tu mir das mal für eigene Entwürfe in den Hinterkopf. Und der dritte Hinweis war dann nur noch die iCord-Abschlusskante drumherum, die etwa hundert Jahre dauert, aber einen sehr schönen, sauberen Abschluss bildet und unter der man alle Fadenwechsel hervorragend verstecken kann. Insgesamt gefällt es mir sehr. Ich habe nicht das in der Anleitung vorgeschlagene und auch als Kit zum KAL-Start erhältliche Garn von Frida Fuchs verwendet, sondern die Geilsk Bomuld og Uld, aus der ich vor zwei Jahren ein Trekantsområdet gestrickt habe (das blau im Tuch ist sogar ein Rest davon, ich habe jetzt also das perfekt passende Tuch zum Oberteil!), außerdem hab ich aus diesem Garn seit 2012 noch den neverending Livstykketrøje in Arbeit. Eins meiner Ziele für dieses Jahr ist ja erwähntermaßen die Aufarbeitung von „Altlasten“, was eigentlich ein fürchterlich negativer Begriff für dieses zauberhafte Strickjäckchen ist. Und nachdem ich mit diesem wirklich tollen Garn gearbeitet habe, habe ich auch wirklich wieder Lust dazu. Und es fehlen ja auch nur noch die Ärmel. Go, Julia, go!

840 Perlen und 111 Korken

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Es fehlte noch ein Foto des fertigen Jeweled Cowl. Hier ist es. Gestrickt aus Cascade Alpaca Lace mit 4,5er Nadeln nach einer freien Anleitung von Sachiko Uemura (Link führt zu Ravelry). Damit ist das erste Langzeit-UFO abgeschlossen. Das nächste – die Socken – geht auch voran.

Dann habe ich eine weitere Idee von der langen Bank gezerrt, geweckt, abgestaubt und umgesetzt:

02-Pinnwand

Seit Jaaahren sammle ich Korken, um sie zu einer Pinnwand zu verarbeiten. Ohne eine wirklich konkrete Idee. Ich habe mich letztlich entschieden, die Korken der Länge nach zu halbieren und mit Holzleim auf die Rückwand eines Ribba-Bilderrahmens von IKEA zu kleben. Von der Verwendung der Heißklebepistole wurde mir abgeraten, also habe ich das gar nicht erst versucht. Holzleim war im Haus, den habe ich ausprobiert, und da er gut gehalten hat, bin ich dabei geblieben. Dabei habe ich ringsum die ca. 5 mm frei gelassen, die hinter dem Holz verschwinden – die Beschnittzugabe des Bildes, wenn man so will – und diesen Teil mit einigen Streifen dicker Pappe beklebt, um das Fehlen von Glas und Passepartout auszugleichen. Es wäre im Nachhinein auch eine Möglichkeit gewesen, eine stärkere Holzplatte statt der zum Rahmen gehörenden Rückwand zu verwenden, weil die allein doch etwas wobbelig ist, aber ich drücke die Pins ja nicht mit Gewalt hinein. Bei kleineren Formaten wobbelt’s vielleicht auch weniger. Aber ich wollte ja 50 x 50. Wenn schon, denn schon!

Eigentlich sollte der Abschluss des Faseradventskalenders einen eigenen Eintrag bekommen. Aber jetzt bin ich ohnehin gerade in Schwung, also zeige ich euch das Ergebnis auch gleich noch.

trillian

Die Anleitung ist Trillian von Martina Behm. Wie alle Anleitungen, die ich bisher von ihr kenne, hat sich auch diese quasi von selbst gestrickt, das Muster der Spitzenkante hat man nach ein paar Reihen im Kopf, und das Garn hat durch seine besondere Beschaffenheit auch entscheidend dazu beigetragen, das Stricken voranzutreiben („diese Farbe noch zuende und dann hör ich auf … ach nein, jetzt kommt die Seide, die stricke ich auch noch … ürgs, jetzt kommt das Kratzige, das bringe ich eben hinter mich, dann muss ich morgen nicht damit anfangen …“). Dieses Jahr wird es wieder einen Faseradventskalender von Spinnert & Gewollt geben. Beziehungsweise mehrere: da der Ansturm so groß war, war der geballte Arbeitsaufwand zu Anfang Dezember fast nicht mehr zu bewältigen, so dass man sich entschieden hat, übers Jahr verschiedene Themen-Adventskalender anzubieten. Los geht’s im März mit dem Thema „Am Meer“. Den kann man jetzt schon bestellen und er wird ab Anfang März geliefert. Da ist dann knapp neun Monate Selbstdisziplin angesagt.

Januar

HexipuffsFür den Januar hatte ich mir vorgenommen, den Jeweled Cowl fertigzumachen. Eigentlich hatte ich mir zunächst vorgenommen, ihn „signifikant voranzubringen“ und die bestehende Reihenanzahl zu verdoppeln. Ich bin diesen Monat umgezogen und war nicht sicher, wie viel Zeit ich überhaupt zum stricken haben würde, außerdem wusste ich zwar noch, wann ich das Teil begonnen hatte, nicht aber, wie viele Stunden oder Tage ich schon hineingesteckt hatte. Die doppelte Reihenanzahl hatte ich bereits nach wenigen Tagen geschafft. Und nachdem ich hochgerechnet hatte, wie viele Stunden noch in etwa dran zu stricken sein würden und welchen Aufwand das auf den Tag heruntergebrochen bedeuten würde (etwa eine Dreiviertelstunde), dachte ich mir: nicht lang fackeln – fertigmachen! Und jetzt trocknet er gespannt auf der Moosgummimatte und ist da so unfotogen wie alle Strickstücke, die auf Moosgummimatten trocknen, deswegen habe ich heute leider noch kein Foto für euch.

Stattdessen zeige ich euch die Hexipuffs. Ich habe mich entschlossen, mit dem beekeepers quilt weiterzumachen. Als Resteprojekt hat er keine hohe Priorität, daher hatte ich beschlossen, an jedem Tag mit einer 6 im Datum Hexipuffs zu stricken. Für Januar war das Ziel einer pro Tag, also drei, geworden sind es fünf. Zukünftig sollen es zwei pro 6./16./26. werden.

Für den Februar habe ich mir das nächste UFO vorgenommen, 2013 begonnene Socken. Der erste Schaft ist etwa zur Hälfte fertig, ich weiß nicht mehr, welches andere tolle Projekt diesen Socken in die Quere gekommen ist. Dass ich sie nicht weitergestrickt habe lag daran, dass sie ein Geschenk hätten werden sollen und die vorgesehene Empfängerin sich als no longer knitworthy erwiesen hatte. Das passiert selten, aber es passiert. Ich finde die Farben allerdings auch toll, und auf ein Paar Socken mehr oder weniger kommt es dann auch nicht an. Außerdem stehen diesen Monat ein Schlüsselbrett mit Kreuzstichmuster und eine Küchengardine an. Letzteres keine große Kunst, sondern eine langweilige Schwarzbrot-Näharbeit, die Überwindung kostet. Ich werde eine vorhandene Gardine kürzen und mit Schlaufen versehen. Ersteres Neuland, zu dem lediglich eine vage Idee, ein Döschen voll Sticktwist und die Kreuzsticherfahrungen aus dem Handarbeitsunterricht in der fünften Klasse existieren. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt.

Strickschriftinterpretationen im Wandel der Zeit

imageDas neue Jahresmotto „Erledigt ist besser als perfekt“ war keine zwei Tage im Dienst, da wurde es schon der ersten ernsthaften Belastungsprobe unterzogen.

Ich hatte mir das erste UFO aus der Area 51 gefischt, um es endlich fertig zu machen. Meine Wahl fiel auf den 2012 begonnenen Jeweled Cowl. Ruhig gleich klotzen, nicht kleckern. 2012 war ich bezogen auf Lacemuster noch sehr unerfahren. Und natürlich hatte ich das Muster nach vier Jahren nicht mehr im Kopf und musste vom Blatt stricken.

Ich kann beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen, in welcher Weise ich die Strickschrift damals missverstanden habe, ich weiß nur, dass es jetzt richtig ist. Die Frage, mit der ich gestern den halben Tag gerungen habe – aufziehen und nochmal neu anfangen? Oder so lassen und drauf vertrauen, dass sich dieses erste Stück beim tragen sowieso einrollt und hinmauscheln lässt? – habe ich zugunsten der zweiten Variante im Sinne meines Mottos beantwortet. Und mir vernünftige Lace-Nadeln gegönnt. Wenn nicht jede der 250 Maschen im Übergang zwischen Holz und Metall hängenbleibt, macht’s gleich viel mehr Spaß.

Fish, anyone?

10458496_296544093847327_8509205106820606341_nIch hätte heute früh fast meinen 85% fertigen Karpen in die Tonne gehauen. Ich hab das Ding – die älteren erinnern sich – im April 2010 angefangen und arbeite daran relativ widerwillig (die Wolle ist doof zu stricken) mit großen Pausen und muss mich immer erst wieder reindenken. Sowas geht oft schief. Jetzt hatte ich es im Rahmen der „2014 – 14 Punkte“-Aktion hervorgeholt und mir gesagt: ok, mach ich’s fertig. Es fehlen eh nur noch Ärmel und das Bündchen am Halsausschnitt. Kurze Ärmel, wohlgemerkt. Den ersten Ärmel habe ich heute früh fertiggestellt, und als ich den zweiten anstricken wollte, habe ich festgestellt, dass dort, wo drei Quadrate sein sollten, nur zweieinhalb waren. Ich war wirklich kurz davor, die gesamte Tasche auf dem Weg von der Bahn zur Arbeit in einem Mülleimer zu versenken. Ich hab dann in der Mittagspause Quadrate gezählt und mit Nummern beklebt und versucht, nachzuvollziehen, was ich da getan habe. Und es ist mir tatsächlich gelungen. Ich kann’s reparieren und ich muss auch gar nicht viel auftrennen. Puh …

Dreiecksgeschichten

IMG_5819Letztes Jahr war ich im Dänemark-Urlaub in der Nähe von Ringkøbing in einem sehr schönen Wollgeschäft – TIND Textil og Kunst, ich hatte darüber berichtet. Dieses Jahr waren wir wieder in der gleichen Gegend, und natürlich stand ein Besuch bei TIND auf dem Programm. Ich hatte mir vorgenommen, mir dort nur Wolle zu kaufen, wenn ich Trekantsområdet vorher fertig habe. Ich sag mal so: ich hätte es fertig gehabt, wenn ich die Anleitung richtig interpretiert hätte. Aber „an den Außenseiten zunehmen“ kann man nunmal auch auf die Außenseite des Strickstücks beziehen. Gemeint war aber die Außenseite des Dreiecks. Knoten im Kopf, passiert. Mir kam das mit fortschreitender Reihenzahl dann auch langsam komisch vor. Aber ist ja klar: Wenn ich in jeder vierten Reihe zunehmen soll, bis das Dreieck 33 linke Maschen breit ist, und wenn ich dann nur an der Außenseite des Strickstücks zunehme statt an den beiden Außenseiten des Dreiecks, brauche ich doppelt so viele Reihen. Also hab ich’s bis zum Beginn des Armloches wieder aufgezogen. Das Schöne ist ja, dass es beim zweiten Mal schneller geht, besonders, wenn man nur halb so viele Reihen stricken muss. Ich hab’s also erst gestern fertiggestellt, momentan trocknet es.
IMG_5845Aber ich hab trotzdem Wolle gekauft. Weil ich ja quasi im Prinzip so gut wie fast fertig war, das war höhere Gewalt. Also. Die diesjährige Beute sind drei Stränge Design.club.dk Duo Silke/Merino, eine Woll-Seidenmischung (65%/35%) in lila und dazu die Anleitung Venus von Else Schjellerup, ebenfalls beim Design Club erschienen, ein Top oder Pulli mit voluminösem Kragen, ich hab keine Ahnung, wie man einen solchen Kragen nennt. Ich werde die Variante mit Ärmeln stricken. Und es ist nun soweit, ich werde damit die die unter-3-mm-Nadelstärke-Schallgrenze durchbrechen (dass ich seit Jahren Socken mit 2,5 stricke zählt nicht, das sind Socken). Ein Pulli in 2,5 mm. Gut, dass ich die Nadeln aus dem Oma-Erbe nicht weggeschmissen hab.