Hybris

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„Ich möchte am janukke MKAL mitstricken“, schrieb eine andere Forenbenutzerin auf Ravelry als Ziel im MMM-Thread. Damit hat es angefangen. Ich so: Oh, ein neuer janukke-MKAL? Der letzte hat Spaß gemacht und das Morning Hours-Tuch ist wirklich sehr schön geworden. Und als ich dann gelesen hatte, dass der MKAL auch mit Socken- und Lacegarnresten bestritten werden kann, war ich an Bord – wenn ich was habe, dann sind es Sockenwollreste. Insbesondere seit ich mich von den Hexipuffs verabschiedet habe und die Sockenwollreste damit quasi arbeitslos geworden sind.

Wie ich von dem Westknits-MKAL (Ravelry-Link) erfahren habe, kann ich gar nicht mehr nachvollziehen. Ich glaube, ich bin darüber gestolpert, als ich etwas im Dotted Rays Muster nachschauen wollte, das ich ja auch meinem Zettel habe, um die PondeRosa-Wolle vom Hamburger Wollfest zu verarbeiten. Ich so: Oh, noch ein MKAL. Parallel zu dem von janukke. Tücher kann man ja immer gebrauchen. Aber ich hab da gar kein Garn für. Und wenn ich so meine Strickzeit der letzten Monate rekapituliere wär’s grob unvernünftig. Hmmm.

Das mit dem Garn kann man ja ändern. Ich habe eine Nacht darüber geschlafen und am nächsten Morgen früh um sieben bei Tausendschön bestellt. Und die Wollmeisenreste für den janukke-MKAL zusammengesucht. Ich werde jetzt im Oktober an zwei Tuch-MKALs teilnehmen. Lineares von janukke und Building Blocks von westknits. Ich bin gespannt, wie es ausgeht.

Morning Hours

Morninghoursfinal2

So. Bevor jetzt auch noch der Mai verstreicht, ohne dass ich hier im Blog ein Lebenszeichen von mir gebe, zeige ich euch zumindest das fertige Stück aus dem Morning Hours Mystery KAL von janukke. Streng genommen ist es schon im April fertig geworden, und dank des hier im Norden eher mistigen Wetters bin ich sogar noch dazu gekommen, es zu tragen. Die Anleitung bestand aus drei Hinweisen, einer für den „Körper“ in dem Strukturmuster, einer für die „Melonenborte“ – das, was da so nach Zopf aussieht. Das ist gar kein Zopf, sondern eine interessante Technik, bei der einzelne Maschen nacheinander über andere gezogen werden und nicht einfach verkreuzt, das Ergebnis ist flacher und hat in der Mitte diese Hebemaschenoptik. Ich finde das sehr schön und tu mir das mal für eigene Entwürfe in den Hinterkopf. Und der dritte Hinweis war dann nur noch die iCord-Abschlusskante drumherum, die etwa hundert Jahre dauert, aber einen sehr schönen, sauberen Abschluss bildet und unter der man alle Fadenwechsel hervorragend verstecken kann. Insgesamt gefällt es mir sehr. Ich habe nicht das in der Anleitung vorgeschlagene und auch als Kit zum KAL-Start erhältliche Garn von Frida Fuchs verwendet, sondern die Geilsk Bomuld og Uld, aus der ich vor zwei Jahren ein Trekantsområdet gestrickt habe (das blau im Tuch ist sogar ein Rest davon, ich habe jetzt also das perfekt passende Tuch zum Oberteil!), außerdem hab ich aus diesem Garn seit 2012 noch den neverending Livstykketrøje in Arbeit. Eins meiner Ziele für dieses Jahr ist ja erwähntermaßen die Aufarbeitung von „Altlasten“, was eigentlich ein fürchterlich negativer Begriff für dieses zauberhafte Strickjäckchen ist. Und nachdem ich mit diesem wirklich tollen Garn gearbeitet habe, habe ich auch wirklich wieder Lust dazu. Und es fehlen ja auch nur noch die Ärmel. Go, Julia, go!