Waterkant Trophy

IMG_4318Am Wochenende habe ich an meinem ersten DDV-Turnier teilgenommen. Bei den Turnieren des Deutschen Dartverbands gibt es eine Kleiderordnung. Schwarze Hose, Damen auch gern schwarzer Rock, keine Jeans. Hatte ich nicht. Und ich hasse Hosen kaufen. Ich geh an sich nicht gern einkaufen. Also Klamotten. Jedenfalls nicht, wenn ich etwas Bestimmtes suche. Ich brauche – darüber hab ich mich hier auch schon mal beklagt, glaube ich – für Hüfte und Taille unterschiedliche Größen. Und die meisten Hosen haben – nachvollziehbarerweise – nur eine Größe. Es gibt genau ein Jeansmodell von HIS, das mir gut passt, nämlich die Sunny. Und ich hoffe, die nehmen sie nie, nie, nie! aus dem Programm. Andere Hosen sind Glückssache, die Suche langwierig, und meist habe ich da keine Lust zu. Also selber nähen. Bettina hatte grad diese Hose aus der burda genäht. Sah gut aus. Hohe Taille, Reißverschluss an der Seite. Wenige Teile, Schwierigkeitsgrad zwei, sieht so aus, als wäre das innerhalb einer Woche machbar. Also habe ich Stoff gekauft – einen Woll-Polyester-Mix, der sich sehr kooperativ verhalten hat, er hat lediglich ein bisschen gefusselt. Wo wir grad bei kooperativ sind: das kann man von meiner alten Singer nicht behaupten. Das Lämpchen ist durchgebrannt (und nachbestellt, müsste diese Woche kommen), ihre Fadenspannungszicken hatte sie auch wieder und irgendwie kommt aus dem Spulenkasten ein neues Klappern. Und die Pfaff ist immernoch bei 500 EUR. Seufz …

CRW_4221Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, ich werd sie sogar nochmal nähen. Ich habe schon einen Nadelstreifenstoff gesehen, der mir gut gefällt. Sie sitzt gut. Von Taille auf Hüfte bin ich eine Größe hochgegangen und daher werde ich bei der nächsten Version einen längeren Nahtreißverschluss nehmen. In den vorderen Besatz habe ich – siehe Foto oben – das Foto meiner ersten 180 eingenäht, strategisch so platziert, dass ich es, wenn ich vorm Match mit Panikpipi aufs Klo fliehe, sehe. Viel geholfen hat es nicht, es wurde von Anfang an KO-System gespielt, ohne Gruppenphase, und wir hatten nur ein Spiel. Aber nun habe ich so eine Hose, und im nächsten Jahr im Januar ist ein Turnier in Bremen. Mal schauen, was dann geht.

Die Shirts haben wir auch selbst gestaltet und bei Spreadshirt drucken lassen. Wir haben Doppel gespielt und das sollte man auch sehen, haben also die gleichen Shirts, jeweils vorn den Namen auf einer Dartscheibe, hinten „Noch knapper ist drin“. Das war die Idee meiner Doppelpartnerin. Auch, das „Noch drin“ größer zu machen, so dass man es als erstes sieht, im Sinne von „noch im Turnier“. Ich bin jetzt jedenfalls offiziell angefixt. Eigentlich wollte ich dieses Jahr noch keine Turniere spielen, weil ich dachte, wenn die mir da Scores von 80 und mehr um die Ohren hauen, bin ich noch über 300, wenn sie ausmachen, das macht mir keinen Spaß. Aber das tun sie gar nicht unbedingt, jedenfalls nicht in den ersten Runden, ich hab also auch als Frischling durchaus eine Chance.

Sie haben Ihr Ziel erreicht.

fbmEs ist wieder Dart-Sommerliga. Wir spielen wieder mittwochs in fast identischer Besetzung, aber in einer anderen Spielstätte und daher auch unter einem anderen Namen – letztes Jahr hießen wir „Dart inner Bodega (DiB)“, und da wir nicht mehr „inner Bodega“ spielen, sondern in Marios „unabsteigBAR“, heißen wir jetzt „Frühstück bei Mario (FBM)“. Über die Bedeutung des Wortes „Frühstück“ im Dart habe ich ja unter anderem in meinem etwas länglichen Dart-Eintrag im März gesprochen: die meisten Darter zielen, um möglichst viele Punkte zu erzielen, auf die Triple-20, denn das ist das „wertvollste“ Feld. Direkt nebenan sind die 1 und die 5, und nicht selten biegt mal ein Dart oder auch zwei ab, so dass „26“ ein recht häufiger Score ist. Der Name, sagte man mir, leitet sich von der Häufigkeit ab. Frühstück kommt schließlich auch oft vor. Ich hab aber auch schon gehört, dass er sich auf den historischen Preis für Bed ’n‘ Breakfast (two shillings and a sixpence oder two and six) bezieht. Was mir wahrscheinlicher erscheint, denn wenn ich mich in meinem Umfeld so umgucke, kommt richtiges Frühstück unter der Woche eher selten vor. Da wäre „Latte Macchiato in der U-Bahn“ die passendere Bezeichnung. Für mich ist das ja nichts: ohne Frühstück aus dem Haus. Aber ich schweife ab.
In der letzten Sommerligasaison habe ich fast nur auf die Mütze bekommen. Hin und wieder mal ein Leg – also einen Satz – gewonnen, aber nie das ganze Match. Einerseits hatten wir die Staffel mit den Cracks erwischt, andererseits war ich komplette Anfängerin. Diese Saison läuft es besser. Ich habe etwa die Hälfte meiner Spiele gewonnen und wir sind momentan in der Tabelle auf Platz drei (von acht). Die ersten beiden Mannschaften der insgesamt vier Staffeln kommen ins Finale, und diese Saison ist das für uns wirklich erreichbar. Und mein persönliches Ziel – abgesehen von „viel Spaß haben“ – habe ich auch schon erreicht: ich hatte mir vorgenommen, in die Sonderleistungsliste zu kommen – Postion egal. Hauptsache, mein Name steht drin. Sonderleistungen – in Kürze: jeder Highscore (180 Punkte), möglichst wenige Würfe brauchen (24 Darts oder weniger), High Finishes ab 100. Ich habe am letzten Spieltag 113 ausgeschossen und teile mir jetzt mit acht anderen Platz 58. Auf dem Papier hab ich das Spiel zwar 1:2 verloren, aber gefühlt hab ich’s gewonnen!

Onehundredandeighty!

180Wir unterbrechen das Programm für eine wichtige Meldung: Ich hab am Donnerstag meinen ersten Highscore geworfen. Und den zweiten gleich in der übernächsten Aufnahme. Sachen gibt’s! Dummerweise habe ich mir damit 15 Rest gestellt, und die bin ich dann in etlichen Runden über Zwergentops nach Hause gestolpert, aber irgendwann hab ich dann doch noch ausgemacht, ein Glück.

So, ich fürchte, ich sollte das erklären, denn vor einem Jahr hätte ich mein eigenes Geschreibsel nicht verstanden. Also folgt hier nun ein grober Abriss ganz von vorn:

Das Dartboard ist in zwanzig Segmente unterteilt. In der Mitte befindet sich ein größerer grüner (das Bull) und ein kleiner roter Kreis (das Bull’s Eye). Dann gibt es noch zwei Ringe, in denen die Felder des jeweiligen Segments nochmal abgesetzt sind, einen ganz außen und einen innen. Der äußere ist der Doppelring, der innere der Triplering. Ein Treffer in einem Segment gibt so viele Punkte, wie die Zahl, die außen dransteht, trifft man den Doppelring, gibt es doppelte, trifft man den Triplering, gibt es dreifache Punktzahl. Das Bull zählt 25, das Bull’s Eye 50. Das „wertvollste“ Feld ist also die Triple-20. Trifft man das dreimal, hat man den Highscore. 180 Punkte. Und kriegt ein Sternchen in der Sonderleistungstabelle. Dazu weiter unten, wenn ihr noch könnt …

Wir spielen in der Liga 501 Double out. Das heißt: jeder Spieler beginnt mit 501 Punkten und alles, was er wirft, wird davon abgezogen. Der Spieler, der zuerst bei exakt null ist, hat gewonnen. Double out bedeutet in dem Fall, dass der letzte Dart im Doppelring landen muss. Man muss also gezielt so werfen, dass man spätestens ab 40 nur noch gerade Zahlen als Rest hat (50 ist eine Ausnahme, das Bull’s Eye gehört zu den Doppel-Feldern). Ein Rest von 40 erfordert also einen Treffer der Doppel-20. Dieses Feld ist ganz oben und wird deshalb auch „Tops“ genannt. Gegenüber ganz unten ist die Doppel-3 – manchmal „Zwergentops“ genannt. Und „zuhause“ meint die Doppel-1. Zwei Punkte sind der kleinstmögliche Rest. Es gibt nur noch ein Feld, das man treffen kann, um das Spiel zu gewinnen. Bei 40 Rest kann es ja noch passieren, dass man die 20 einfach trifft, dann muss man eben die Doppel-10 treffen und hat noch eine Chance. Und wenn man die einfach erwischt, die Doppel-5. 32 ist ein recht beliebter Rest, denn wenn man immer nur das benötigte Segment, aber eben nicht den Doppelring trifft, hat man 16, 8, 4, … also immer einen geraden Rest und somit noch eine Chance, mit dem nächsten Dart auszumachen. Aber wenn man einmal bei Doppel-1 angekommen ist … deswegen zuhause.

Überhaupt gibt es einige drollige Bezeichnungen für häufig vorkommende Würfe. Man zielt also in der Regel auf die Triple-20. Links neben der 20 ist die 5, rechts daneben die 1, das haben die sich damals schon einigermaßen hinterhältig ausgedacht. Hat man 26 Punkte geworfen, kann man dem Schreiber auch „Frühstück“ ansagen: die Konstellation 20-5-1 (in beliebiger Reihenfolge) heißt so, weil sie sehr oft vorkommt. Wenn alle drei Darts in der 1 landen, ist das ein Lolli (und ich hab’s schon erlebt, dass dann ein solcher angeboten wurde – diese kleinen roten mit Kirschgeschmack, die es früher in der Sparkasse gab).

Sonderleistungen? Sehr gern. Ein Highscore ist eine. Außerdem gibt es Extrapunkte, wenn man besonders wenige Würfe braucht: 24 oder weniger wird gewertet, wobei jeder Dart zählt. 24 Darts sind also acht Runden. Wenn ich einen guten Tag habe, brauche ich 30. Weniger als neun Darts kann man nicht spielen. Dann gibt es noch High Finishes, das ist bei uns alles ab 100. Wenn man es schafft, einen Rest von 100 oder mehr Punkten in einer Aufnahme auszumachen (und bedenke: der letzte Dart muss in den Doppelring oder ins Bull’s Eye), gibt das Extrapunkte. Der höchstmögliche Wert sind 170, dafür muss man zweimal die Triple-20 treffen und dann mit dem letzten Dart das Bull’s Eye. Das kommt bei uns in der Landesliga eher selten vor (obwohl mich neulich ein Gegner mit 15 Darts und 161er Finish vom Board gefegt hat … da kann man dann nur noch mit großen Augen gucken, „Good darts“ sagen und die Hand schütteln).

Mehr Meisen!

Seit ein paar Wochen bin ich wieder regelmäßiger in Strickerkreisen unterwegs*, und zack! hab ich mich wieder mit dem Wollmeisenfieber angesteckt. Ich hab also am letzten Freitag den Shop belauert und vier Stränge erbeutet. Von links nach rechts: Ahoi, Limone, Saami (WD) und Silberdistel (WD) – alle Twin. Besonders über Saami aus dem Überraschungspaket hab ich mich gefreut, denn diese Färbung fand ich schon toll, als ich sie das erste Mal gesehen habe. Ich weiß noch nicht, was ich damit mache. Ich denke, irgendeine Art Tuch oder Schal wird’s werden, ich überlege in Richtung Chevron Scarf, Heidetuch, Revontuli (will ich mir das wirklich nochmal antun? Dieses Projekt wurde gegen Ende eine echte Hassliebe und war monatelang echt ribbelgefährdet) … den Blackcurrant Shawl oder Color Affection von Veera Välimäki (beides Ravelry-Links) finde ich schön, auch wenn ein Strang für die nicht reichen wird und im Falle von Color Affection auch ziemlicher Quatsch ist. Vielleicht schaue ich mich auch einfach mal bei Strickmich! um, Martina scheint den Meisen die Muster auf den Leib bzw. auf den Strang zu schreiben. Mit dem Hitchhiker liebäugle ich ja schon länger.

*Ich spiele in der Dart Sommerliga Hamburg. Die meine ich nun nicht mit Strickerkreisen, obwohl man mit den Darts prima heruntergefallene Maschen retten kann und sich die Pausen, wenn die anderen dran sind, gut zum Stricken eignen (solange das Projekt mindless genug ist). Und Projektvorschläge von anderen Teams bekomme ich auch („Ich hab Pullovergröße 54“). Sondern: ich spiele im Team DiB, was „Dart inner Bodega“ heißt. Unsere Heimspiele finden „inner Bodega“ statt, und diese Bodega ist in der Weidenallee exakt einen Knäulwurf von Naimas Laden entfernt. Weswegen ich mich also vor Heimspielen und Trainingsabenden erst im Café Mylys mit Quiche und Tee stärke und strickend die mentalen Wogen glattbügle, um mich dann satt, zufrieden und total zentriert an die Oche zu begeben. Nun. Bisher war mein „total zentriert“ meist weit, weit entfernt von den zu treffenden Feldern. Aber es wird besser. Gestern hab ich beim Auswärtsspiel mein erstes leg geholt. Und irgendwann gewinne ich auch mal ein Spiel. Ich werde berichten.