25. Fantasy Filmfest – Review

Für mich ging das Fantasy Filmfest gestern zuende, denn morgen geht’s in aller Frühe nach Griechenland, und heute habe ich noch allerhand auf dem Zettel. Ich habe weniger Filme gesehen, als ich eigentlich wollte, dafür war keine Niete dabei, sie haben mir alle gut bis sehr gut gefallen.

Den Anfang machte DON’T BE AFRAID OF THE DARK, der auch Opener des Festivals war. Ich habe mich ein paar Mal ganz ordentlich erschrocken und ansonsten die wirklich märchenhaften Bilder genossen. Erinnerte mich sehr an Pans Labyrinth.

Am nächsten Tag gab es I AM YOU, einen ausgezeichnet besetzten und sehr intensiven australischen Thriller, der umso beklemmender wirkt, wenn man sich vor Augen führt, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt. Insbesondere Ruth Bradley als schwer gestörte Caroline ist beeindruckend.
Am Freitag hatte ich dann zwei Filme hintereinander, HESHER und HELL, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Ich hätte gern etwas mehr Pause zwischen beiden gehabt, insbesondere weil im Abspann von Hesher sehr viel Liebe zum Detail steckt. Auch dieser Film kann mit einem sehr guten Cast aufwarten und einer Story, die so abwegig ist, dass sie auch hätte schiefgehen können. Ist sie aber nicht, Hesher ist komisch und auch unheimlich rührend. Hell war mein erster deutscher Film, und er war … ok. Er erzählt nicht viel Neues, es ist alles irgendwie vorhersehbar, aber die Besetzung ist gut und die Bildsprache gefiel mir auch. Und das, wo deutsche Filme es bei mir oft schwer haben.

Am Samstag ging es dann weiter mit THE INNKEEPERS, bei dem ich mich un-glaub-lich gegruselt habe! Meine Güte! Ich wollte einfach nicht, dass den beiden netten Angestellten vom Yankee Pedlar Inn (die ihre letzte Schicht schieben, bevor das Gebäude in der kommenden Woche einem Parkhaus weichen muss, weswegen es auch kaum noch Gäste gibt und die beiden sich irgendwie die Zeit vertreiben müssen, und zwar indem sie die Spukvergangenheit des Hauses ergründen) etwas zustößt. Und das Kino 4 war auch laut – wenn es geknallt hat, dann immer gleich richtig. Naja. Später gab es dann JULIA X 3D, meinen ersten 3D-Slasher (das Programmheft schlägt als Genre „Torture Porn Comedy“ vor und ich hab dem nichts hinzuzufügen). Am Kinoausgang wurden Erfrischungstücher gereicht, das fand ich sehr aufmerksam.

Meine beiden Highlights – neben I am You – gab es dann am Sonntag. Zunächst THE WOMAN, der beim Sundance Festival für einen Skandal sorgte. Der Plot ist schnell erzählt: Familienvater Chris findet bei einem Jagdausflug eine wilde Frau im Wald, fängt sie ein und beschließt, ihre (Re)sozialisierung zum Familienprojekt zu machen. Das Blutbad am Ende fand ich nicht so schwer zu ertragen wie den alltäglichen Horror in dieser Familie, der langsam zum Vorschein kommt, als die Bilderbuchfassade zu bröckeln anfängt. Man fragt sich, wie das so lange gut gehen konnte. Und was „gut“ in dem Zusammenhang überhaupt bedeutet. Und weil Wechselbäder gesund sind, gab es direkt im Anschluss SUPER, meine persönliche Closing Night. Und was soll ich sagen, meine durchaus hohen Erwartungen wurden erfüllt. Super ist super und kriegt einen Platz in der DVD-Sammlung.

Es ist wieder ein Jahr rum. Nächstes Jahr ist mein persönliches 15jähriges Jubiläum. Ob ich mir da tatsächlich mal eine Dauerkarte bestelle?