Es tut sich was im Karpfenteich

KarpenVor einigen Monaten (und ungefähr sechzig Quadraten) dachte ich noch, Karpen würde nie fertig. Den ganzen Sommer habe ich trotzdem unerschütterlich daran weitergenadelt („Der Weg ist das Ziel“), und schau an: inzwischen bin ich mitten im Joining Strip, also dem zwölften Streifen, der den letzten mit dem ersten verbindet und das Ganze zu einem Schlauch schließt (wir erinnern uns: Karpen ist modular konstruiert und setzt sich aus insgesamt 153 Einzelquadraten zusammen, die streifenweise aneinandergestrickt werden). Danach kommen noch die Ärmel, der Halsausschnitt, und ich werde noch einen Saum in kraus rechs arbeiten, diese Modifikation habe ich bei Ravelry gesehen, die macht es für mich irgendwie runder. Wenn ich das Teil nochmal stricke (und den Plan gibt es tatsächlich), werde ich beim ersten Streifen mit einem provisorischen Anschlag mit der Luftmaschenmethode arbeiten. Das klingt jetzt möglicherweise etwas wirr … die eine Hälfte der Maschen jedes Quadrates wird beim ersten Streifen aus der Kante des vorherigen (bzw. dem ersten Dreieck) aufgenommen, die andere wird „aufgeschlungen“. Und aus diesen aufgeschlungenen Maschen werden im letzten Streifen Maschen aufgenommen. Ich mag weder die Aufschlingmethode als Anschlag – das ist mir alles zu labberig und gibt keine schöne Kante – noch als Basis zum Maschen aufpicken, also: nächstes Mal Luftmaschenkante, und zwar eine lange Kette für die komplette Kante des ersten Streifens. Wichtig ist dabei nur, dass ich an der richtigen Seite mit dem Aufnehmen der Maschen anfange, so dass ich die Kette dann von unten her auflösen kann. Das gäbe eine blöde Überraschung, wenn ich da nicht aufpasse.

Waterkant Trophy

IMG_4318Am Wochenende habe ich an meinem ersten DDV-Turnier teilgenommen. Bei den Turnieren des Deutschen Dartverbands gibt es eine Kleiderordnung. Schwarze Hose, Damen auch gern schwarzer Rock, keine Jeans. Hatte ich nicht. Und ich hasse Hosen kaufen. Ich geh an sich nicht gern einkaufen. Also Klamotten. Jedenfalls nicht, wenn ich etwas Bestimmtes suche. Ich brauche – darüber hab ich mich hier auch schon mal beklagt, glaube ich – für Hüfte und Taille unterschiedliche Größen. Und die meisten Hosen haben – nachvollziehbarerweise – nur eine Größe. Es gibt genau ein Jeansmodell von HIS, das mir gut passt, nämlich die Sunny. Und ich hoffe, die nehmen sie nie, nie, nie! aus dem Programm. Andere Hosen sind Glückssache, die Suche langwierig, und meist habe ich da keine Lust zu. Also selber nähen. Bettina hatte grad diese Hose aus der burda genäht. Sah gut aus. Hohe Taille, Reißverschluss an der Seite. Wenige Teile, Schwierigkeitsgrad zwei, sieht so aus, als wäre das innerhalb einer Woche machbar. Also habe ich Stoff gekauft – einen Woll-Polyester-Mix, der sich sehr kooperativ verhalten hat, er hat lediglich ein bisschen gefusselt. Wo wir grad bei kooperativ sind: das kann man von meiner alten Singer nicht behaupten. Das Lämpchen ist durchgebrannt (und nachbestellt, müsste diese Woche kommen), ihre Fadenspannungszicken hatte sie auch wieder und irgendwie kommt aus dem Spulenkasten ein neues Klappern. Und die Pfaff ist immernoch bei 500 EUR. Seufz …

CRW_4221Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, ich werd sie sogar nochmal nähen. Ich habe schon einen Nadelstreifenstoff gesehen, der mir gut gefällt. Sie sitzt gut. Von Taille auf Hüfte bin ich eine Größe hochgegangen und daher werde ich bei der nächsten Version einen längeren Nahtreißverschluss nehmen. In den vorderen Besatz habe ich – siehe Foto oben – das Foto meiner ersten 180 eingenäht, strategisch so platziert, dass ich es, wenn ich vorm Match mit Panikpipi aufs Klo fliehe, sehe. Viel geholfen hat es nicht, es wurde von Anfang an KO-System gespielt, ohne Gruppenphase, und wir hatten nur ein Spiel. Aber nun habe ich so eine Hose, und im nächsten Jahr im Januar ist ein Turnier in Bremen. Mal schauen, was dann geht.

Die Shirts haben wir auch selbst gestaltet und bei Spreadshirt drucken lassen. Wir haben Doppel gespielt und das sollte man auch sehen, haben also die gleichen Shirts, jeweils vorn den Namen auf einer Dartscheibe, hinten „Noch knapper ist drin“. Das war die Idee meiner Doppelpartnerin. Auch, das „Noch drin“ größer zu machen, so dass man es als erstes sieht, im Sinne von „noch im Turnier“. Ich bin jetzt jedenfalls offiziell angefixt. Eigentlich wollte ich dieses Jahr noch keine Turniere spielen, weil ich dachte, wenn die mir da Scores von 80 und mehr um die Ohren hauen, bin ich noch über 300, wenn sie ausmachen, das macht mir keinen Spaß. Aber das tun sie gar nicht unbedingt, jedenfalls nicht in den ersten Runden, ich hab also auch als Frischling durchaus eine Chance.