Januar

fo_Januar
Hier sind die ersten beiden fertigen Projekte des Jahres. Die Tasche habe ich nach einer Anleitung aus dem Buch „Taschen – Moderne Klassiker nähen“ von Sue Kim genäht. Der Oberstoff war mal ein Wollkleid, das leider unrettbar seltsam saß, weil ich damals noch keine Schnittanpassungen machen konnte, und daher nie getragen wurde. Das Futter ist der Rest eines Blusenstoffs. Die Anleitung ist gut verständlich und reich bebildert, nur bin ich am Anfang leider wahnsinnig geworden, weil ich nirgendwo einen Hinweis darauf gefunden habe, ob die Schnittteile wirklich Nahtzugabe enthalten und wenn ja wie viel – ich hatte krumme 1,37 cm gemessen, und das kam mir merkwürdig vor. Auf der Website des Verlags wurde ich dann fündig: ja, es ist eine Nahtzugabe von 0,5 inch enthalten. Da ist 1,37 cm gar nicht sooo schlecht (mit meinem ollen abgegrabbelten Schulgeodreieck). Wissen wir das jetzt auch.

Außerdem sind die Spiegel-Socks aus der knitty first fall 2012 endlich fertig. Die hatte ich im Juni 2012 angefangen, aus Drachenwolle Tweed, und der Endspurt hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich im Nachhinein mal wieder nicht verstehe, warum sie so lange in der Area 51 lagen (bei den ganzen anderen UFOs).

Nicht im Bild ist mein erstes selbstgesponnenes Sockengarn. Das habe ich letztes Jahr während der Tour de Fleece angefangen, zwei von drei wahnsinnig dünnen Singles hatte ich damals fertigbekommen, jetzt auch den dritten und das Garn ist verzwirnt und fertig. Das Verzwirnen war nochmal eine Herausforderung, weil mein Louët nur eine Halterung für zwei Spulen hat, ich hatte aber drei. Und ich hatte gehofft, das Problem mit einer Ashford Lazy Kate lösen zu können, aber leider passen die Spulen vom Louët nicht auf die Spulenhalter, die sind nämlich zu kurz und etwas zu dick. Naja. Ich habe dann mit irgendetwas, was der Liebste aus seinem Werkzeugkasten hervorgezaubert hat, improvisiert. Das war, auch wegen der auf ebay zugekauften, etwas verzogenen Spulen, eine sehr rumpelige Angelegenheit, hat aber funktioniert. Das nächste Garn wird dann wieder kettengezwirnt.

Ich kaufe nichts

Ich hatte in meinem Jahresrückblick ja angekündigt, noch ein paar Worte dazu zu schreiben. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich gerade so einen Trend gibt, der durch die Medien geistert (es gibt das Buch „Ich kauf nix!“ und das Blog von Nunu Kaller, es gab einen Beitrag im NDR Info Frauenforum, auf spiegel online gab’s auch grad vor ein paar Wochen wieder einen Artikel), oder ob es meine selektive Wahrnehmung ist, weil ich mich mit dem Thema beschäftige. Wie ich dazu gekommen bin, ist ja letztendlich auch nicht so wichtig. Ich vermute, dass es daran liegt, dass ich in den letzten Jahren ein paar Mal umgezogen bin, ich ergo mein ganzes Geraffel in Kisten packen, herumschleppen und wieder auspacken musste, und ich mir leicht genervt die Frage gestellt habe, ob ich das wirklich alles brauche. Ich habe bei jedem Umzug ausgemistet. Habe CDs auf eBay und Bücher an momox verkauft. Loswerden ist nicht das Problem. Nur wenn ich sehe, dass ich bei einigen nahezu neuwertigen, gebundenen Büchern nicht einmal ein Zehntel des Neupreises bekomme und meine alte Lieblings-CD für einen Euro weggeht, von dem eBay noch Provision einstreicht, tut mir das ein bisschen in der Seele weh und ich frage mich, ob ich das Buch nicht auch hätte leihen können und ob es die CD auf spotify gibt. Die Antwort ist: ja, hätte ich, und ja, gibt es. Und das ist dieses Jahr der Plan. Also wenn ich sage, „ich kaufe nichts“, welches Nichts meine ich dann?

Handarbeitsmaterial
Ich habe neulich meinen Wollvorrat bei ravelry eingepflegt und dabei Schätze gehoben. Für meinen Stoffvorrat gibt es kein solches Tool, aber den habe ich durchgesehen. Es ist nicht so, dass ich Unmengen horte, da habe ich schon ganz andere Lager gesehen, aber bei einem Verhältnis von „2 Stränge Wollmeise kaufen“ zu „einen Strang Wollmeise zu zwei Dritteln verstricken“, deutet sich eine besorgniserregende Tendenz an. Ich kaufe also keine Wolle und keinen Stoff und auch sonst kein Handarbeitsmaterial. Ausnahme: Zubehör, das ich für ein Projekt aus dem Vorrat brauche. Bügeleinlage oder sowas. Und das Urlaubsgarn im dänischen Wollparadies. Das wäre dann Garn für ein Projekt, mehr nicht.

Bücher und Filme
Ich bin eine Leseschnecke. Ich schaffe vier bis sechs Bücher im Jahr. Ich kaufe allerdings doppelt so viele. Weil ich hier über eine Empfehlung und dort über eine Rezension stolpere und Feuer und Flamme in den Buchladen oder zu amazon renne. Ich habe im letzten Sommer also etwas mehr als einen halben Meter ungelesene Bücher, deren Rezension mich jedoch restlos begeisterte, aus dem Karton ins Regal gestellt. Die lese ich dann also dieses Jahr erstmal. Und die interessanten Neuerscheinungen 2015, die es zweifellos geben wird … ich wohne in Hamburg. Die öffentlichen Bücherhallen haben im Stadtgebiet zweiunddreißig außerordentlich gut sortierte Standorte, und wenn ein Medium nicht vorrätig ist, kann ich es gegen eine geringe Gebühr vormerken und in eine Bücherhalle meiner Wahl liefern lassen. Gleiches gilt für Filme. Ich mag meine DVD-Sammlung sehr, aber wenn ich mich ehrlich frage, wie oft ich denn zuhause überhaupt einen Film gucke (einmal im Monat wenn’s hoch kommt) und wie oft es dann einer aus der Sammlung ist (…) werd ich verlegen.

Kleidung und Schuhe
Sind ausreichend vorhanden. Mehr als ausreichend. Ich habe drei oder vier Kleider in meinem Schrank, die ich noch nie anhatte. Ich habe sie durchaus mit Trageabsicht gekauft, aber irgendwie ist es nicht dazu gekommen. Muss ich dieses Jahr also auch nicht kaufen. Ich würde eine Ausnahme machen, wenn ein Teil, das ich brauche und das nur einmal vorhanden ist, irreparabel kaputt geht. Also zum Beispiel, wenn meine Regenjacke in Flammen aufgeht oder so. Womit eher nicht zu rechnen ist.

Kosmetik
Kosmetik ist für mich ein ähnlich geeigneter Seelentröster wie Schokolade für andere. Mal ein Tütchen Badeperlen, eine Handcreme, ein schönes Duschgel oder Shampoo. Und da ich das Jahr vor meinem Umzug zwischen zwei Wohnungen gependelt bin, hatte ich auch noch alles doppelt. Das werde ich also erstmal alles verbrauchen.

Das sind so die vier großen Kategorien, die eine Herausforderung werden könnten. Neuer Computer, neues Telefon, Zweittelefon, iPad, Zweitnähmaschine (Overlock womöglich), Zweitspinnrad, Erstwebrahmen et cetera lassen mich relativ kalt. Brauche ich nicht. Ich würde dieses Jahr gern in Erlebnisse investieren, nicht in Gegenstände. Schauen wir mal, wie sich das entwickelt.