Das Faser-Crafting-Jahr 2016

Alle Jahre wieder ist es soweit: Ziska hat in der Podcasting auf Deutsch-Gruppe auf Ravelry ein paar Fragen notiert, anhand derer ich mich rückblickend durch mein Jahr 2016 hangeln werde. Ich versuche, es kurz zu machen, mache mir und euch da aber nicht allzu viel Hoffnung. Schauen wir doch erst einmal, was ich mir für 2016 vorgenommen hatte, und was daraus geworden ist:

Stricken
Meine Hauptziel für dieses Jahr war, am Ende weniger angefangene Projekte als am Anfang zu haben.
Ich hatte im Januar 2016 acht Strickprojekte angefangen, die ich zu irgend einem Abschluss bringen wollte. Vier davon habe ich nicht einmal angefasst (Arnhild, Katniss, Chicane, Hitofude Cardigan – die Links führen jeweils zu meiner Projektseite bei Ravelry).
Drei habe ich abgeschlossen (#22154, Jeweled Cowl, the beekeeper’s quilt). Den neverending Livstykketrøje habe ich gerade wieder in Arbeit (und ich hab auch schon wieder fleißig geribbelt, das Ding ist echt ein Montagsprojekt), zwei sind hinzugekommen (Agave, Ripplerock).
Acht minus drei plus zwei macht sieben – das war knapp.

Ich habe aber tatsächlich auch Projekte in 2016 begonnen und abgeschlossen, und zwar zuallererst die Trillian aus der Faseradventskalenderwolle, das Tuch Morning Hours aus dem ersten janukke MKAL, das Tuch Building Blocks aus dem westknits MKAL (von dem es noch kein vernünftiges Foto gibt) und ein weiteres Sonnenfeuer aus Seidenhase Angora. Offensichtlich war 2016 das Jahr des Tuches.

Spinnen
Die bunte Merino, die ich Ende letzten Jahres noch auf dem Rad hatte, ist fertig gesponnen, mein Schaf zur Jacke-Projekt ist gestorben (mehr dazu weiter unten) und ich wollte mir ein neues Spinnrad kaufen – das habe ich getan.

Nähen
Ich wollte mindestens zwei Kleider nähen und ein Oberteil aus dem Jersey vom Holländischen Stoffmarkt. Ich habe vier Oberteile genäht, zwei davon nach dem Schnitt Martha vom Milchmonster. Ich habe mir eine Overlock gekauft und mag sie sehr. Endlich kann ich Jersey, das Material, das ich am liebsten trage, auch gescheit verarbeiten. Was übrigens auch der Grund dafür sein wird, dass das angefangene Bambikleid unangetastet in seiner Projektbox liegt. Weil ich ahne, dass unveränderte Konfektionsschnitte aus unelastischem Material passformmäßig eher unbefriedigend ausfallen und ich Angst vorm fertigen Ergebnis habe.

Kommen wir nun zu den Fragen. Ein Highlight war wohl das Hamburger Wollfest, zu dem ich unter „Events“ noch was sagen werde. Neues ausprobiert habe ich im Rahmen des Westknits MKAL Building Blocks, nämlich zweifarbiges Patent. Ich weiß auch nicht, ich habe eine Twist Collective-Anleitung für einen Cowl, den ich nicht stricken konnte, weil ich diese Technik überhaupt nicht verstanden hatte – und nun war es überhaupt kein Problem. Manche Knoten lösen sich offensichtlich von allein, wenn man sie nur lange genug ignoriert. Ich muss das Teil endlich mal fotografieren.

Ob es Reinfälle gab … ich hab mal irgendwo gelesen „ich verliere nicht. Entweder gewinne ich, oder ich lerne“. Das Schaf-zur-Jacke-Projekt könnte man als Reinfall sehen. Ich habe viel Zeit hineingesteckt und hatte großes vor, und dann habe ich das ganze doch in die Tonne gehauen, als klar war, dass ich unfassbar viel Zeit würde hineinstecken müssen und trotzdem nicht das Ergebnis bekommen würde, das ich mir vorgestellt hatte. Ja, so definiert man wohl scheitern. Ich habe aber auch gelernt, wie man in einer kleinen Mietwohnung ein dreckiges halbes Schaf sauber kriegt, wie man Wolle mit superkleinen Wollkämmen kämmt und dass Rohwollverarbeitung nichts für mich ist. Jedenfalls nicht mit dem Werkzeug, das ich habe, und nicht mit der Zeit, die mir zur Verfügung steht.

2. Der Stash 2016
Zu- oder Abnahme? Eindeutig Zu-, aber nicht so schlimm wie letztes Jahr. Meine (Garn)Vorlieben 2016 waren eigentlich keine anderen als in den Jahren zuvor. Ich mag Wollmeise Twin für Socken und Geilsk Bomuld og Uld für alles andere. Die Woll-Baumwolle-Mischung ist einfach eine wunderbar weiche Qualität in vielen tollen Farben. Und was Stoffe angeht, ist Traumbeere meine liebste Quelle für Jersey.

3. Events und Aktionen
Es gab nur ein nicht-virtuelles Faser-Event, an dem ich teilgenommen habe, insofern war mein Event-Highlight 2016 das Hamburger Wollfest. Das war sehr schön, ich habe einen Workshop bei Chantimanou besucht und nette Menschen getroffen. Und das, obwohl es mir gesundheitlich nicht besonders gut ging und ich eigentlich gar nicht hinfahren wollte.

Gruppenbild mit Ripplerock und Wollfestbeute

4. Und sonst so?
Einen einzelnen Song des Jahres gibt es mal wieder nicht, es gibt noch nichtmal eine Playlist wie im letzten Jahr, denn so viel neue Musik habe ich dieses Jahr gar nicht entdeckt. Die White Lies haben seit Oktober ein neues Album, das mich ernsthaft glücklich macht, gleich mit dem ersten Song.

Den Titel Buch des Jahres hat sich in der Kategorie Belletristik „Sophia, der Tod und ich“ von Thees Uhlmann verdient, was tatsächlich ein ganz schönes Buch ist, aber auch das einzige, das ich gelesen habe. Sachbuch des Jahres ist „Mini Habits“ von Stephen Guise. Das empfehle ich auch munter weiter. Danke, Susanne, für diesen Tipp! Die meisten Bücher habe ich mir auch in diesem Jahr vorlesen lassen. Vierundzwanzig insgesamt. Highlights waren … puh. Der letzte Weynfeldt war wirklich sehr schön, und auch Kühn hat zu tun. Cilla und Rolf Börjlind werde ich auch mal im Auge behalten, und wenn Simon Jäger Fitzek liest, ist das auch immer eine sichere Bank:

Anfang des Jahres bin ich umgezogen und habe nun endlich wieder ein Zuhause, das diese Bezeichnung verdient, und das gehört definitiv zu den drei Dingen, die ich nicht hätte missen wollen. Weitere sind meine Lieblingsmenschen (ihr wisst schon, wen ich meine) und meinen Job. Ich hab seit Mai nach fünf Jahren Selbstständigkeit wieder eine Festanstellung, und nach einem mit holprig noch wohlwollend beschriebenen Start bin ich dort sehr glücklich. Die drei Dinge, auf die ich gut hättest verzichten können sind sehr persönlicher Natur und gehören hier nicht her.

Wovon hast du dich 2016 getrennt? Von meiner beruflichen Selbständigkeit und zum zweiten Mal von sechs Kilo. Herrje, ich hoffe, das war’s jetzt und ich muss die nicht nochmal abnehmen. Aber die Schilddrüsenunterfunktion ist diagnostiziert und wird behandelt, so dass ich ganz zuversichtlich bin, dass die nicht nochmal zurückkommen, sondern ich die verbleibenden zwölf Kilo angehen kann und dann wieder im unteren Normalgewichtsbereich ankomme – dort fühle ich mich erfahrungsgemäß am wohlsten. Und wer weiß, vielleicht laufe ich dann doch irgendwann einen Marathon.

Hast du ein Motto/Vorsätze für 2017? Und wenn ja, welche? Kein neues. Letztes Jahr hatte ich „Erledigt ist besser als perfekt“. Und das hat mir ganz gut gefallen, das nehme ich einfach nochmal.