Fantasy Filmfest: Tag 3

Ich hänge hoffnungslos hinterher mit dem Bericht vom Fantasy Filmfest… ich versuche mal, die Berichte kleckerweise einzustellen. Bei manchen Filmen ist das gar nicht so einfach.

Am dritten Tag gab es wenig bis gar nichts zu lachen. Ich habe mir ausschließlich schwerere Kost ausgesucht. Nicht mit Absicht, ein paar Albernheiten zwischendurch wären im Nachhinein ganz schön gewesen. Angefangen habe ich mit 96 MINUTES. Der beruht auf einer wahren Begebenheit und erzählt von 96 gemeinsamen Minuten, die das Leben von vier Teenagern nachhaltig verändern, und in Rückblenden davon, wie es zu der Situation gekommen ist. Sehr schnell, sehr intensiv, sehr gut gespielt.

Danach ging es direkt weiter mit A.C.A.B. – ALL COPS ARE BASTARDS, ebenfalls von Tatsachen inspiriert begleiten wir italienische Bereitschaftspolizisten bei ihren Einsätzen. Ich habe ständig geschwankt zwischen dem Wunsch, den Jungs auf die Schulter zu klopfen, sie in den Arm zu nehmen oder sie zur Besinnung zu prügeln. Auch sehr gut, sehr intensiv, sehr bedrückend, im Nachhinein einer der Filme, dessen Bilder immer wieder in meinem Kopf auftauchen. Empfehlung!

Danach hatte ich zwei Programmslots Pause, und dann gab es EDEN. Auch dieser Film beruht auf einer wahren Begebenheit, nämlich der Lebensgeschichte von Chong Kim, die als Teenagerin verschleppt, mit Dutzenden anderer Mädchen in eine Lagerhalle gepfercht und zur Prostitution gezwungen wurde. Ihre einzige Chance zu entkommen sah sie darin, einen Pakt mit dem Teufel einzugehen und sich bei ihrem drogensüchtigen Aufpasser einzuschmeicheln. Ein sehr intensiver Film mit einer herausragenden Hauptdarstellerin.

Bei BEAST war ich dann vielleicht mit meiner Geduld am Ende, aber der hat mich eher enttäuscht. Ich mag Nicolas Bro und Nikolaj Lie Kaas echt gern, und Bro traut sich auch unheimlich viel, zum Beispiel wie er da so nackt und brüllend vorm Spiegel steht, nachdem er Maxines Blut getrunken hat, aber auch der konnte es für mich nicht retten. Ich habe keinerlei Spannung, keine Entwicklung erkennen können: Bruno (Bro) ist am Anfang eigentlich schon genauso irre wie am Ende, es ist irgendwie offensichtlich, worauf es hinauslaufen wird. Der Titel nimmt die Transformation, wenn es denn wirklich eine ist, vorweg, es liegt von Anfang an alles vor einem. Außerdem habe ich nicht wirklich Zugang zu den Charakteren bekommen, ganz anders als bei Mørke vor ein paar Jahren. Das war mutmaßlich gewollt, mag ich aber nicht so gern. Ich habe gern einen „Avatar“ (im ursprünglichen Sinne jetzt, der muss nicht zwingend blau sein), an den ich mich heranhängen kann. Die Aufnahmen aus dem Inneren von Brunos oder auch Maxines Körper – ich bin mir da gar nicht sicher – und seinem bzw. ihrem Blut fand ich zu so später Stunde nur noch artsy-fartsy und nervig. Hm. Aber Dänisch ist eine schöne Sprache, das konnte ich mal wieder feststellen.

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