Fantasy Filmfest 2013: Tag 1

IMG_3840Opening Night: THE CONGRESS. „Es ist großartig, dass der Film auf einem Fantasy-Festival läuft“, sagte Regisseur Ari Folman vor Beginn des Films, „für ein Publikum wie euch habe ich ihn gemacht.“ Er riet weiterhin dazu, sich anzuschnallen, zurückzulehnen und nicht allzu viel zu denken. Tatsächlich sind die Bilder überwältigend und verwirrend, gefilmte Szenen sind die eine, regenbogenbunte, psychedelische Animationen die andere Hälfte des Films, dessen Basis der Roman „Der futurologische Kongress“ von Stanisław Lem ist. Die Essenz ist jedoch simpel: es geht um Identität und Entscheidungen, um die Konsequenzen unserer Entscheidungen, wer wir sind und wer wir sein wollen. Nach dem Film stand der Regisseur noch für ein Q&A zur Verfügung, dem ich noch viel länger hätte zuhören mögen, aber der nächste Film sollte anfangen, so fand es ein etwas abruptes Ende.

Danach gab es BIG ASS SPIDER! mit Greg Grunberg als Kammerjäger Alex und Ray Wise (den der eine oder andere vielleicht noch als Leland Palmer aus TWIN PEAKS in Erinnerung hat) als Major Tanner. Greg Grunberg fand ich wirklich sehr lustig, und zusammen mit seinem Sidekick, Security Guy José, trägt er den Film. Eigentlich war das ja alles gut gemeint, berichtet der Wissenschaftler, der zusammen mit den Special Forces angerückt ist, um „die Sache“ wieder in Ordnung zu bringen, etwas widerwillig (die Sache ist eine Spinne von der Größe einer Stadtvilla, die eine mit eingesponnenen Skeletten garnierte Schneise der Zerstörung durch Downtown L.A. trampelt). Sie hatten ein wachstumsförderndes Gen aus Marsfossilien isoliert und folgten der Vision von Tomaten, von denen eine einzige Frucht einen ganzen Stadtteil ernähren könnte. Dummerweise war in einer der Pflanzen ein Spinnengelege, und die Tierchen haben auf das wachstumsfördernde Mittel leider verblüffend gut angesprochen. Wir lernen also wieder: gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Apropos gut gemacht, die Spinnen fand ich schon ziemlich gut animiert, besonders die kleinen, und die Effekte einigermaßen eklig. Ich hab an anderer Stelle schon „boah war das schlecht animiert“ gelesen, aber für mich hat’s gereicht, ich kann über Schönheitsfehler auch hinwegsehen, wenn der Rest stimmt. Die Story ist klischeeüberladene Nebensache und das komplette Team muss beim Dreh einen Heidenspaß gehabt haben, der sich direkt auf mich übertragen hat – ich bin jedenfalls mit einem breiten Grinsen aus dem Kino gekommen.

Mal schauen, ob ich es dieses Jahr schaffe, mit meinen Festivaleinträgen dranzubleiben. Die letzten Jahre hat das ja nicht so geklappt. Heute gibt es COLD BLOODED, dann das vorletzte Sommerliga-Spiel und dann den Stummfilm BLANCANIEVES.

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