Fantasy Filmfest 2013: Tag 2

Heute gab es zwei Filme, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch, eine Gemeinsamkeit gibt es: eine starke weibliche Hauptrolle. Der erste Film war COLD BLOODED: Juwelendieb Cordero wacht nach einem missglückten Bruch in einem stillgelegten Flügel des Krankenhauses auf, bewacht von der jungen Polizistin Frances Jane. Nur er weiß, was passiert ist. Nach kurzer Zeit taucht sein Boss auf und will die gestohlenen Diamanten an sich bringen sowie Cordero für seinen Verrat bestrafen – denn der wird außerdem beschuldigt, seinen Partner getötet zu haben. Die gewissenhafte Polizistin Jane und Pokerface Cordero müssen sich verbünden, wenn sie heil aus der Nummer herauskommen wollen, denn Corderos Boss schreckt vor nichts zurück. Spannend, toll gecastet, die Dialoge auf den Punkt – mir hat der Film sehr gut gefallen. Einfach, weil die beiden Hauptfiguren auch so sympathisch sind, dass man Ihnen nichts Böses will, hatte ich mich die ganze Zeit in meine Armlehne verkrallt.

Der zweite Film war dann BLANCANIEVES. Ein Stummfilm, schwarz-weiß. Pablo Berger inszeniert Schneewittchen als Matadora im Sevilla der Zwanziger Jahre. Ich habe noch nie einen Stummfilm gesehen, auch The Artist nicht, was in erster Linie daran lag, dass ich nichts Gutes vom Standard-Kinopublikum erwartet habe: das denkt ja gern mal, dass, wenn auf der Leinwand nicht gesprochen wird, auch nichts passiert, und man sich unterhalten darf. Dass das Publikum bei diesem Festival anders ist, ist auch ein Grund, warum ich mich jedes Jahr wieder drauf freue. Nun ja, anderes Thema. Ich war jedenfalls völlig fasziniert davon, wie ein Regisseur seine Darstellungsmittel in der heutigen Zeit so reduzieren und doch so viel ausdrücken kann. Er hat nicht nur weitestgehend auf Sprache verzichtet – mir fehlt wie gesagt der Vergleich, aber es waren meinem Eindruck nach nur wenige Tableaus – sondern auch auf Farbe. Stierkampf, Schneewittchen, vergifteter Apfel, … man sollte doch meinen, dass er Farbe, besonders rot, sehr gut hätte gebrauchen können. Aber er hat darauf verzichtet und es hat nichts gefehlt. Und er erzählt dieses Märchen von Schneewittchen und den sechs kleinwüchsigen Torreros so dermaßen verschroben, dass es wirklich eine Freude ist. Es gibt noch keinen deutschen Starttermin, aber er soll in Deutschland ins Kino kommen und ist auf jeden Fall eine Empfehlung.

Morgen habe ich frei. Ich könnte mittags Europa Report gucken, aber danach läuft nichts mehr, was mich interessiert, also mache ich einen Tag Pause. Das Wochenende wird voll genug.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.